Hollywood Undead – Desperate Measures

Seit 2005 treiben die jungen Männer von Hollywood Undead nun schon Ihr Unwesen. Die Herkunft ist dementsprechend Los Angeles und um die platten Attitüden noch mehr zu verstärken, sieht man das Sextett auf der Bühne ausschließlich mit Masken. Die echten Namen sind ein gut gehütetes Geheimnis und so hören Sie bei Ihrer Arbeit auf Charlie Scene, Da Kurlzz, Deuce, Funny Man, J-Dog und Johnny 3 Tears. Jetzt könnte der ein oder andere den Verdacht hegen, es handelt sich hier um eine Castingband, oder zumindest um eine kalkulierte Angelegenheit den jungen Teenagern das Geld aus Ihren Taschen zu ziehen. Letzteres kommt den wahren Begebenheiten sehr nahe und so lieferten Hollywood Undead im letzten Jahr ein klassisches Debütalbum ab, das sich ‚ Swan Songs ‚ nannte und in den Vereinigten Staaten zu Gold empor stieg. 14 Songs mit Bonustracks und Videoausschnitten fanden Ihre Verwendung in Videospielen oder gingen, wie die erste Single ‚ Everywhere I Go ‚ sofort ins Netz als digitaler Download. Das man auf dieses Stück natürlich nicht verzichten durfte, sollte ohne weitere Fragen jedem logisch erscheinen. Allerdings gibt es auf Ihrer Compilation ‚ Desperate Measures ‚ den Track nicht im Original, sondern als Mix von Castle Renholder. Dieser klingt wider Erwarten ausgesprochen gut und verdammt smooth in der endgültigen Ausarbeitung. Eine dichte Atmosphäre und perfekt arrangierte Instrumente verschlingen frauenfeindliche und homophobe Beleidigungen als preiswerte Möglichkeit, auch der neuen Platte ein Lächeln abzugewinnen. Denn eine Compilation bringt erfahrungsgemäß keine neuen Ansätze, sondern dient eher der Auffrischung eigener Erinnerungen an eine Band, die auch im Jahr 2009 nicht weiß, wohin die Richtung eigentlich führen soll. Umso bedauerlicher fallen an dieser Stelle der fehlende Track ‚ No Other Place ‚ ins Gewicht. Ein weiteres Defizit sind die schwachen wie offensiven Lyrics mit schmalen Inhalt und der leichte Austausch der Rapper. Zu finden gibt es auf ‚ Desperate Measures ‚ die vermeintlichen Highlights Ihres Debüts, drei neue Songs die nicht überzeugen wollen und drei Coverversionen von Mötley Crüe, Led Zeppelin und Operation Ivy, den Remix von ‚ Everywhere I Go ‚ und sechs Liveversionen von Ihrem Konzert in Mexico. Für alle echten Fans von Hollywood Undead wird sich die Anschaffung dieser Compilation mit Sicherheit lohnen, da sich im Paket eine Live DVD mit 60 Minuten Spielzeit befindet und diverse Ausschnitte Ihrer Konzerte zeigt. Rein musikalisch finden sich auf ‚ Desperate Measures ‚ selbstverständlich keine Überraschungen und sollten daher von Unentschlossenen und Zweiflern strengstens gemieden werden.

2.2