Jennifer Rostock – Der Film

Ja was ist denn das? Drehen Jennifer Rostock neuer Dings Filme? Nein wohl kaum. Vielmehr verbirgt sich hinter diesem Titel das zweite Album nach ‚ Ins offene Messer ‚ aus dem Jahr 2007. Im Rückblick zu damals war der Albumtitel hier noch die reinste Wohltat, wollte man vielleicht dieses Mal ironisch klingen oder gar sarkastisch? Sarkasmus getränkt auf den beißenden, bittereren Spott und Hohn der armseligen Kinostreifen mit dem kleinen Zusatz „Der Film“ anspielen? Man denke an geistreiche Geniestreiche wie „Garfield – Der Film“ oder „Dieter – Der Film“ oder „Ausbilder Schmidt – Der Film“. Aber ehrlich gesagt dürfte schon beim Lesen solcher Titel, es unangenehm im eigenen Magen werden. Nun ja, mit einer qualitativ hochwertigen Platte hätte Jennifer Rostock natürlich mit Ihrem Sarkasmus alles richtig gemacht, mit dem Cover und Jennifer Weist im Leder Outfit und den dicken Leuchtbuchstaben die Sache komplettiert. So wäre es im Idealfall gelaufen, aber im Gegensatz zu gefühlten 95% der Filme mit Happy End, liefern uns Jennifer Rostock qualvolle Minuten des Grauen und Schreckens. Dabei gilt es jedoch zu Unterscheiden zwischen der fiktiven Erzählweise eines Horrorfilms und der bitteren Realität, mit der uns das Quartett aus Berlin in endlosen Minuten foltert. Voll echt und alles echt. Die Stichwörter und tragenden Pfeiler in 13 nichtssagenden Stücken, denen zu allem Überfluss auch noch ein Vor.- und Abspann angetackert wurde. Und warum klingt Miss Weist nur so schrecklich geklaut nach Judith Holofernes von Wir sind Helden? ‚ Wieder geht’s von vorne los ‚ ist das Beispiel gleich zu Beginn und auch ‚ Schmutzig! Schmutzig! ‚ bedient sich hemmungslos, während ‚ Wo willst du hin ‚ und ‚ Irgendwo anders ‚ aus der abgeschmackten Silbermond Ecke stammen. Ja was will man mehr zum glücklich sein? Im Grunde lässt sich sachlich festhalten: Mit der ersten Single ‚ Kopf oder Zahl ‚ kam von Jennifer Rostock nicht mehr viel. Das Potenzial scheint ausgeschöpft, die Ideen abgestanden und der geistige Erguss übergibt sich in einfachen Lebensweisheiten. Er überschreitet damit die Schmerzgrenze mit Schema F Wortspielen und inhaltlichen Verwirrungen, die sich am Ende nur im ewigen Kreise drehen. Man könnte das Ganze natürlich noch weiter ausführen, sich noch öfters wiederholen, den Leser noch mehr langweilen, aber da wir nicht Jennifer Rostock heißen machen wir an dieser Stelle Schluss und befinden abschließend in diese Richtung: Wer nichts zu sagen hat, äußert es um so häufiger.

1.0