Flume – Flume

Eine Platte für die Tanzflächen. Köpfe drehen sich automatisch im Takt zu diesen glatten, futuristischen Beats – die mit Soul & Old School Hip Hop Rhythmen gefüttert werden. Verantwortlich für diesen Rausch der Sinne ist Flume aka Harley Streten aus dem fernen Land Australien. Der 21-jährige Newcomer ist mit seinem gleichnamigen Debüt das neue Aushängeschild und wenn man die Leistung noch eine weitere Stufe höher stellen möchte, dann sollte man wissen, dass Streten zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch wesentlich jünger war und bereits im Alter von dreizehn Jahren seine ersten Songs im Schlafzimmer aufnahm. Der Solo-Produzent beschert uns jetzt mit seinem Debüt fünfzehn ausdrucksstarke und selbstständig agierende Stücke, die unverschämten Anklang in den eigenen Gehörgängen finden werden. Es packt einem direkt mit dem eröffnenden Stück ‚ Sintra ‚ die gierige Lust nach weiteren exquisit gestalteten und vielseitig in Szene gesetzten Tracks. In den ersten Minuten erwartet den Hörer eine zuckende Trip-Hop Schönheit, während bereits mit ‚ Holdin On ‚ das komplette Potential des Debütalbums aufgefahren wird. Hip Hip Elemente, auftrumpfende Synthies und pochende Electro-Beats lassen die Umgebungstemperatur angenehm köcheln. Zum sinnlichen dahin schmelzen eignet sich dagegen die vierte Nummer ‚ Sleepless ‚ in Kooperation mit Jezzabell Doran. Manipulierte Gesänge und aufreizende Klänge aus dem Piano hätten auch ein wundervolles Eröffnungsstück abgegeben. Danach erfolgt der härteste Schnitt auf dem Debütalbum, denn ‚ On Top ‚ wechselt aus dem Stand in den Hip Hop und schafft es auch hier, mit ausgeklügelten Akkordfolgen und einer perkussiven Ausrichtung mit zugrunde liegendem Gesang im Chor, den Hip-Hop-Groove geschickt in die elektronischen Melodien einzuflechten. Mit leicht verdaulicher Eingängigkeit verzückt uns Flume in ‚ Insane ‚ und lässt auf der anderen Seite in ‚ Ezra ‚ und ‘ Space Cadet ‚ unscheinbare Größe entstehen. Es ist die Vollendung in Reinform. ‚ More Than You Thought ‚ lässt zu langgezogenen Synths afrikanische Einflüsse und leichte Anlehnungen an den Dub-Step durchschimmern und ‚ Space Cadet ‚ erfüllt dann ausnahmsweise die angetragenen Erwartungen aus dem Vorfeld. Tendenziell bleibt allerdings die erste Hälfte das Glanzstück der Platte. Mit äußerst selbstbewussten Auftreten, versucht hier jeder Song den anderen in seiner Kreativität, stilistischen Vielfalt und Ideenreichtum zu übertrumpfen. Die zweite Hälfte eignet sich dagegen besser zum kuscheln. Sanfte Beats, wie in den Songs ‚ Warm Thoughts ‚ und ‚ What You Need ‚, entfachen wohlwollende Vertrautheit und bezaubernde Glückseligkeit. In diesen Momenten muss man die Augen schließen, an nichts denken – sondern einfach nur genießen. ‚ Flume ‚ ist von der ersten Sekunde durch eine atemberaubende Zugänglichkeit geprägt, aber zugleich komplex genug, um auch die anspruchsvollsten Anhänger der elekonischen Labels Brainfeeder und Warp Records für sich zu begeistern. Ein Blick über den bekannten Tellerrand lohnt sich. Streten wird nach dieser Veröffentlichung als die Zukunft der australischen elektronischen Musik angesehen und wenn man mit den fünfzehn Track durch ist, dieser Meinung sicherlich zustimmen können.