Bananagun – The True Story Of Bananagun

Bananagun ist eine lebhafte fünfköpfige Combo, deren Arrangements mit den Klängen von Vintage Tropicália, Afrobeat, Garage Rock und Sunshine Pop verwoben sind. Der Opener „Bang Go The Bongos“ ist der Himmel Brasiliens, „The Master“ ist ein ultra-cooles Freakbeat-Monster, „Freak Machine“ verbindet Funkadelic-Beats mit ätherischen Harmonien und „Out Of Reach“ ist das Versprechen eines bevorstehenden Morgens, Retro, aber auch zeitlos, gleitet es durch verschiedene Genres, durch verschiedene Generationen, um etwas unumstößlich Lebensbejahendes zu formen. „The True Story of Bananagun“ ist mehr als nur ihr Debütalbum. Es ist eine Einführung in das erste Projekt der Gruppe, als komplette fünfköpfige Band zu schreiben und aufzunehmen. Ihre Songs entwickeln sich mit einer jazzigen Instrumentalstruktur, die sich in einer dringenden Lebendigkeit bewegt und über die 11 Tracks nie nachlässt – mit Ausnahme von „Bird Up!“ – einem 90-Sekunden-Zwischenspiel aus exotischen Vogelstimmen und Bongo-Beats, die als Zwischenspiel für die zweite Hälfte der Platte dienen.

Ein Großteil des Klangs und der Ästhetik hinter „The True Story of Bananagun“ scheint nicht mehr zeitgemäß zu sein. Es ist wie ein verlorenes Album aus den 60er oder 70er Jahren, das aus einer Zeitkapsel ausgegraben wurde, oder aus einer umfangreichen Vinylsammlung, die auf dem staubigen Dachboden eines älteren Hippies darauf wartet entdeckt zu werden. Aber es ist auch dieses Gefühl unverschämter Freude und überschwänglichen Glücks, das Bananagun so wichtig macht. Nehmen wir „She Now“ mit seinem klirrenden Psychopop voller George Harrison-Soli aus der Revolver-Ära, oder der flötengetriebene Barock auf „Perfect Stranger“. Nehmen wir auch das straffe, drahtige Gitarrenriff während „Mushroom Bomb“, das gegen einen seltenen Ausbruch lyrischer Paranoia spielt und in exquisite Popmelodien gebettet wurde. Angesichts ihrer Inspirationen ist es keine Überraschung, dass Bananagun einen großen Schwerpunkt auf Rhythmus und Percussion legen. 

Die Komplexität des Songwritings reicht von kreisförmigen Jam-Songs bis zu nuancierterem melodischem Pop. Wie so viele psychisch inspirierte Bands des 21. Jahrhunderts lehnen sich Bananagun sehr stark an ihre Liebe zu einer ganz bestimmten Ära an. Aber sie haben dennoch eine überaus lustige Platte kreiert, die mit viel Liebe und handwerklichem Geschick in all seiner funkigen, jazzigen, aufgeregten Pracht unbedingt gehört werden sollte.