Elephant – Sky Swimming

Durch welch anmutige Schönheit doch die ersten Minuten geprägt werden. Es könnte auch der Beginn eines Songs von Still Corner sein. Generell wird man auf dem Debüt von Elephant noch öfters den passenden Vergleich heranziehen, da die Ähnlichkeit insbesondere in den starken Momenten von Amelia Rivas und Christian Pinchbeck förmlich durch die Strophen bricht. Es schimmert während diesen Minuten die popinfizierte Klebrigkeit in blumiger Mediokrität in Ihren schönsten Farben. Das eröffnende Stück ‚ Assembly ‚, das herrlich schwimmende ‚ Elusive Youth ‚, das andächtige ‚ Shipwrecked ‚, aber auch ‚ Torn Tongues ‚ mit den äußerst prägnanten Melodien und letztlich die schunkelnde Ballade über das Erwachsenwerden in ‚ TV Dinner ‚ wären die herzergreifenden Ähnlichkeiten zu Still Corner. Doch schreiben wir hier keinesfalls nur über simple Kopien – dafür musste das Debüt ‚ Sky Swimming ‚ einen zu langen Entstehungsprozess durchlaufen. Immerhin wird man Zeuge von fast vier Jahren des Wachsens, Erlebens, Liebens, Streitens und Versöhnens. Amelia & Christian waren mal ein Paar wie jetzt wohl unschwer zu erkennen ist. Die Beziehung ging in die Brüche, die gemeinsame Liebe zur Musik aber nicht: „The first time we worked together, I went round to his house in Peckham and didn’t leave for 3 days. I barely knew him,“ erinnert sich Amelia. „She turned up with some £10 Casio she bought from a charity shop in France and the whole demo EP was made on that,“ erzählt Christian. Abseits der erwähnten Songs befinden sich angenehm zurückhaltende Melodien und natürlich das wunderschön erhabene und glamouröse ‚ Skyscraper ‚. Hier ist das Gefühl eine stark fokussierte und verträumte Indie-Pop Platte in den Händen zu halten ohne Zweifel am Stärksten. Doch von da an wird ‚ Sky Swimming ‚ zwischen den intensiven Momenten auch immer wieder eine unsichere Angelegenheit. Was einem ebenso fehlt ist der Augenblick der Explosion. Elephant verzichten auf den Knall, zücken nicht die entscheidende Trumpfkarte. ‚ Sky Swimming ‚ bleibt zwar dennoch voller Drehungen und Wendungen, aber die Wirksamkeit verliert durch diese beigesetzten Umstände ein wenig an Spannung. Da heißt es noch üben für die zweite Platte. Den Glamour und die Ästhetik beherrschen Amelia & Christian dagegen schon jetzt in Perfektion.