Effi – Astronaut

Effi der Songwriter und Elektroniker mag es gerne eingängig, bunt und fröhlich. Im Inneren seiner Platte ‚ Astronaut ‚ findet man englischen Gesang und im Opener ‚ Distance ‚ einen Hauch von The Kooks. Doch mit bürgerlichen Namen heißt Effi eigentlich Thomas Petritsch und hat sich für sein Pseudonym von der literarischen Figur Effi Briest inspirieren lassen. Aber weil im zweiten Stück ‚ Friends ‚ ein wenig Zeit übrig ist, nochmals für eine Anmerkung zurück: Originell und fast schon lächerlich einfach klingen die herzlichen Melodien, mit denen der Sänger aus Graz im Liegestuhl aus ordentlichen Krawall erzeugt. Nun also wieder zurück, das Ende von ‚ Friends ‚ ist erreicht und die Mundharmonika und langgezogenen Rhythmen haben endlich Ihr wohlverdientes Ende gefunden. Deutliche Besserung verspricht uns das schaukelnde ‚ Sinnerman ‚ mit Reggae, Jazz und der Erkenntnis: Effi kennt keine Genregrenzen. Er spielt wonach Ihn die Gedanken lenken, während man selbst zu diesen beschwingenden Melodien nur lässig mit dem Kopf wackelt. Warum ist eigentlich schon der Sommer vorbei? Zu ‚ Astronaut ‚ hätte es unglaublich gut gepasst. Schade! Mit ‚ Lovefliles ‚ bewegt sich Petritsch dann nahe an ‚ Always Look on the Bright Side of Life ‚ und kehrt im folgenden Stück ‚ Byebaby ‚ dem alten Schinken schnell den Rücken und spitzt erneut die elektronischen Spielereien zu einer gefährlichen Waffe, deren Durchtriebenheit einzig durch die anmutig verstimmten Gitarren in einen farbenfrohen Blumenstrauss verwandelt werden. Doch am Besten fühlen sich die süsslichen und kindlich-naiven Songs an: Sie versprühen unermüdlich gute Laune ohne etwas dafür zu verlangen, greifen sich die Ukulele und erzählen über die romantische Abenteuerlust. ‚ Happy ‚ ist daher Pflicht für jeden möglichen Anspieltip. In ein fast schon bombastisches Finale entgleiten wir mit dem Stück ‚ Mars ‚, der Kontrabass erfrischt kurzzeitig die akustische Nummer ‚ Eleven ‚ und ‚ Norway ‚ zieht mit großen Instrumentierungen in den kalten Norden hinauf. Bei ‚ Breathing ‚ fühlt man sich für den Moment in einer anderen Platte gefangen. Ein Track, geschrieben für die Tanzfläche. Überzeugt, sticht rhythmisch in die Beine und erzeugt ganz nebenbei noch eine verdammt entspannte Atmosphäre. Wer dachte es geht nicht mehr entspannter, hier darf man sich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen. „Danke für die schöne Zeit/ Danke für die Blumen und für die Musik“, heißt es dann irgendwie viel zu schnell im letzten Stück ‚ Danndanke ‚ und wir blicken zurück auf ein vielseitiges Album, auf eine illustre Runde und auf einen Astronauten, der sich durch das Artwork, durch Zeichnungen, Shirtgrafiken und Videos zieht. Gedauert haben die Arbeiten drei Jahre, zur Seite stand Co-Produzent Alexander Nefzger und was schlussendlich dabei herausgekommen ist, bedarf in jedem Fall einer unbestrittenen Würdigung.