Dirty Three – Toward The Low Sun

Auf den ersten Blick sieht es wie eine Märchengeschichte aus. Ein Buch voller Fabelwesen, feuerspeienden Drachen und einer hübschen Prinzessin. Doch dieser Schein trügt. Denn diese Erzählung mit dem Titel ‚ Towards The Low Sun ‚ ist kein Gute Nacht .Märchen für kleine Kinder, sondern ein erbitterter Kampf. Es wird Blut vergossen, unschuldige Wesen müssen sterben, während das instrumentale Trio um Jim White, Mick Turner und Warren Ellis sich schonungslos an die tiefstehende Sonne herankämpft. Aber es gibt auch Momente der Ruhe, wie zum Beispiel im dritten Stück ‚ Moon On The Land ‚, wenn sanfte Geigen zum Himmel blicken und dabei die eigenen Gedanken auf subversive Art und Weise beeinflussen. Will man diesen Momenten zurückdenken, wird ein tiefer Fall die Folge sein. Hat es doch immerhin sieben Jahre seit dem letzten richtigen Album von The Dirty Three gedauert. Zugleich brachte diese Zeit neue Energie und neue Ideen für ein erfinderisches Trio, das manchmal auch selbst in die Vergangenheit sieht um daraufhin festzustellen, „Sometimes I Forget You’ve Gone“. Allerdings bleibt es eine Rückkehr zu alten Stärken. Es gibt eine gewisse Magie, wenn diese drei Elemente zusammen gebracht werden. Nichts kann so klingen, wie der Sound von The Dirty Three. Sie sind einmalige Erscheinungen und Warren Ellis meint selbst dazu: „There is a dialogue within the group that we are all still keen to explore”. Und nach einer längeren Auszeit im Mittelteil der Platte, werden die Töne erneut ungeschliffener und ruppiger. Wir nähern uns dem Ende und kommen mit dem Stück ‚ Ashen Snow ‚ nochmals in den Genuss orchestralischer Größen und weichen Texturen, die herrlich einfühlsam auf den Hörer wirken. Es ist die unvermeidliche Vorbereitung auf den baldigen Abschied. „Dirty Three has always been about the way we play together and feed off each other. We wanted this one to be a return to the more improvised and instinctive approach of the earlier recordings”. Und das hat in der Tat gut funktioniert. Wir haben mit dem Schlussstück ‚ You Greet Her Ghost ‚ die untergehende Sonne erreicht und zugleich die Schönheit und die Kraft der letzten Minuten in uns aufnehmen dürfen.