Diana Ross – Thank You

THANK YOU fühlt sich wie ein Beweis dafür an, dass DIANA ROSS immer noch ein großartiges Album machen könnte. Doch so, nein Danke.

Sie und die Armee von Songwritern und Produzenten, die dazu beigetragen haben, dieses neue Album zu verwirklichen, wollten die Soul Ära nachdrücklich wieder einfangen. Ob Balladen oder Augenblicke für die Tanzfläche, die Songs glänzen mit Disco-Streichern, zum Himmel steigenden Refrainen und super-knackigen Beats. Über sie hinweg kehrt Diana Ross wieder zu ihrer Rolle als Pop-Therapeutin zurück: „Jump off the edge/And find out where you land/Go Take the Lead/And Teaching the world to dance“, singt sie in einem typischen Beispiel oder anderswo: “Lookin’ all around us/There’s so much potential/A little hope could inspire/If we ignite the passion, all to desire/That little spark becomes a fire.” Man erwartet beinahe, dass für jede Hörsitzung ein Mitgliedsbeitrag erhoben wird.

Und doch klingt sie meistens müde, und ihre Stimme scheint in Watte gehüllt. Die Platte ist grandios überproduziert, so dass Ross oft mit Instrumentenwänden konkurriert und immer verliert. Betrachten wir Songs wie „If the World Just Danced“, „Let’s Do It“ und „In Your Heart“, die alle von einer Herrschaft an Schreiberlingen verfasst wurden. Die Songs wirken trotz Dance-Beats und Polyrhythmen statisch und müde. Ross kündigt die Worte vorsichtig an, aber sie füllt sie nicht mit Gefühlen. Diana Ross ist Profi und doch klingt es so, als würde sie die ganze Zeit von einem Teleprompter ablesen. Das Beste auf dem Album ist wahrscheinlich „Beautiful Love“: melodisch stark und geschmackvoll orchestriert.

Ross bezeichnet das Album als „songbook of love“, und tatsächlich geht es in allen 13 Stücken ausdrücklich um die Liebe. Während man dieser großartigen Künstlerin nur gute Dinge im Leben wünscht, braucht sie vielleicht etwas mehr Mühe in ihrer Musik, um sie in Zukunft interessanter zu gestalten. So kann man zu „Thank You“ nur sagen: Danke, aber nein danke.

5.4