Deerhoof – Future Teenage Cave Artists

Deerhoof aus San Franciscos sind seit einem Vierteljahrhundert eine der beständigsten und interessantesten Bands der alternativen US-Szene. Sie verbinden Garage Rock mit dem Experimentalismus und den zuckerhaltigen Melodien der Vintage-Psychedelia und haben dazu eine sehr markante Sängerin in Form von Satomi Matsuzaki. Deerhoof’s letztes Album „Mountain Moves“ aus dem Jahr 2017 war eines ihrer poliertesten und zugänglichsten und enthielt eine Reihe vergleichsweise unkomplizierter Power-Pop-Songs, die mit einer Reihe von Gästen aufgenommen wurden, darunter Jenn Wasner von Wye Oak und Lætitia Sadier von Stereolab.

Bei „Future Teenage Cave Artists“ sind sie zu ihrer Kernaufstellung zurückgekehrt und haben Ihre altbekannte Fremdartigkeit gewählt, um eine unruhige, energiegeladene Platte zu produzieren, die sich ständig in Stimmung und Tempo ändert. Ihre Tracks bestehen aus vielen verschiedenen Fragmenten, die willkürlich zusammengesetzt wirken und nicht dem Weg herkömmlicher Strukturen folgen. Wie bei vielen anderen Alben von Deerhoof, kann es sich zunächst wie ein entmutigendes und undurchdringliches Durcheinander anfühlen. Allmählich und durch längeres Eintauchen in ihre Klangwelt, macht alles einen schönen Sinn. Sicher, es ist nie leicht zuzuhören, aber der Wahnsinn hat Methode.

Es wäre natürlich auch kein Deerhoof Album, wenn es nicht eine Flut von unerwarteten Riffs, quietschende Störungen und Rückkoppelungen auf den meisten Tracks, sowie ein paar verrückte lyrische Exkursionen gäbe. “Why would you shoot my Bambis?”, fragt Matsuzaki in „New Orphan Asylum For Spirited Deerchildren“, bevor sie sich auf eine Reise dramatischer stilistischer Umwege durch aggressiven Psycho-Rock und Jazz-Minimalismus begibt. “What did my Bambis do to you?”. Das Album endet mit „I Call On Thee“, ein instrumentales melancholisches Klavierstück, das sowohl beruhigt als auch verfolgend wirkt. Für einen Moment klingt es so, als würde das Album mit einem dissonanten Akkord enden, bevor es sich bei der endgültigen Verabschiedung unerwartet auflöst und sich dem Frieden ergibt.