Deap Lips – Deap Lips

Die Deap Lips bestehen aus Lindsey Troy und Julie Edwards vom Garage-Pop-Duo Deap Vally und den Flaming Lips-Mitgliedern Steven Drodz und Wayne Coyne und ist eine Zusammenarbeit, die außerhalb der erwarteten Rollen der Mitwirkenden liegt. Während der experimentelle Pop der Flaming Lips die Hörer dazu bringen könnte, das Unerwartete zu erwarten, geht jeder der zehn Songs auf Deap Lips’ gleichnamigem Debüt an einen anderen Ort. Der vielleicht vorhersehbarste Moment des Albums ist der erste Song „Home Thru Hell“, ein staubiger Rocker, in dem Troy’s kehliger Gesang die Geschichte einer turbulenten Motorradreise erzählt. Der farbenfrohe und leicht psychedelische Song besteht aus E-Drums und einsamen Gitarren, die von verzerrten Gesängen, riesigen staubigen Riffs, Synthesizern und Soundeffekten gekentert werden.

Für Deap Vally’s Blues Rock und dem wahnsinnigen Pop der Flaming Lips kommt es einer goldenen Mitte am nächsten, und es wäre sinnvoll gewesen, wenn der Rest des Albums ähnlich klingen würde. Es ist eine wunderbare Sache, wenn etwas größer ist als die Summe seiner Teile. Leider ist die Kombination aus Deap Lips und den erfahrenen Verrückten von The Flaming Lips keine dieser Gelegenheiten. Die selbstbetitelte Platte der Supergruppe mag den schmutzigen Rock der ersteren und die Vorliebe der letzteren für synth-geführte Tangenten enthalten, aber durch den Stil jeder Band entsteht hier eine Reibung ins Negative. Trotzdem ist nicht alles schlecht:

Die Produktion ist riesig und lebendig und die besten Songs sind solide geschrieben. Die stilistischen Sprungschnitte und die schnell wechselnde Instrumentierung machen das Album perfekt für das wiederholte Hören und enthüllen bei jedem erneuten Besuch einige neue seltsame Details. So bleibt es ein erforderliches Hören für alle, die bereits in eine der beiden Bands Ihre Zuneigung ausgesprochen haben und ein wildes, unangenehmes Hören für alle Uneingeweihten.