Too Tangled – Where The Echoes Die

Alles in den ersten Minuten, bevor man die silberne Scheibe einlegt, lässt lautstark erahnen, wohin die rasante Reise mit dem belgischen Trash-Rock-Duo von Too Tangled gehen wird: nämlich in die ungehobelten Spheren kreischender Gitarren, der hochgezogenen Stimmen und zusammen entsteht daraus ein gewaltiges Staubaufwirbeln, in dem zusammengurgelte Instrumentierungen hemmungslos miteinander rummachen. ‚ Shuffle Baby ‚ marschiert Schmerzresistent durch die geschundenen Rhythmen, während ‚ Wrecking Ball ‚ ein weiteres Element aufblitzen lässt, welches bereits im Eröffnungsstück ‚ As Long As We Got Sound ‚ präzise für stimmungsvolle Atmosphären sorgte. Gemeint sind hier die wunderschönen Geigen-Arrangements, die äußerst verführerisch die hellen und wärmenden Sonnenstrahlen anziehen und für blühende Pop-Melodien sorgen.

Natürlich sind sich Too Tangled Ihrer Ähnlichkeit mit den Kills bewusst, doch daran stören lassen sich Roeland Vandemoortele (Gesang, Gitarre, Basedrum) und seine Partnerin Eva Buytaert (Gesang, Violine, Percussion, Gitarre, Samples) nicht im geringsten. ‚ Where The Echoes Die ‚ besitzt glücklicherweise genügend eigenständige Momente und findet diese meist in den berauschenden Klanglandschaften, die alles andere als bescheiden, ungeheuerlich viel Platz für sich beanspruchen. Doch das kommt an, das gefällt und damit ist auch die Abwechslung gegeben, wenn im folgenden Stück ‚ Crashing Doll ‚ erneut die quietschenden Gitarren-Riffs und mehrstimmigen Gesänge durch den Rhythmus brechen. Bei der Wahl des Produzenten einigte man sich auf Ian Davenport (Radiohead, Band Of Skulls, Sugergrass) und die daraus resultierende Inszenierung von ‚ Where Echoes Die ‚ kann sich durchaus in voller Länge überzeugend in Szene setzen.

Schlussendlich sorgt die Mischung aus der brachialen Gewalt im Stil der Kills und die sanften Geigen-Arrangements für eine spannungsgeladene Atmosphäre, die ab Ende September 2012 auch auf deutschen Bühnen bestaunt werden darf.