Damon Albarn – The Nearer The Fountain, More Pure The Stream Flows

NEARER THE FOUNTAIN, MORE PURE THE STREAM FLOWS ist ein sehr schönes Album und für DAMON ALBARN ein großer Schritt nach vorne.

Das neue Album von Damon Albarn beginnt mit seinem Titelsong, und man spürt sofort, dass man sich einer unangenehmen traurigen Wahrheit befindet. “It’s fruitless for me to mourn you, but who can help mourning,” singt Damon zart. Es gibt eine unheimliche, fast gespenstische Qualität, die hier beginnt und sich kunstvoll in die Platte ein- und ausschlängelt, während sie schnellere Tracks wie „Royal Morning Blue“ und „The Tower of Montevideo“ umkreist. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass sich „The Nearer The Fountain, More Pure The Stream Flows“ mit einigen großen Themen auseinandersetzt. Albarn schafft es mit Hilfe eines Orchesters und einem ziemlich poetischen Songwriting-Stil das unerträgliche Gefühl von Verlust und Isolation einzufangen, ohne dabei aufgesetzt zu wirken.

Langsame Piano-Akkorde verschmelzen mit anhaltenden Synth-Klängen und gelegentlichen Störgeräuschen, die das Jenseitige und die Einsamkeit in Islands Landschaft heraufbeschwören. Flöte und kratzende Geigen tauchen in „Combustion“ in die chaotische Seite der Natur ein. „Royal Morning Blue“ wird einen Platz in den Herzen der Gorillaz-Fans mit seinem mühelosen Aufeinandertreffen von Bläsern, Synthesizern und modernen Beats finden, während der traumwandlerische Walzer von „Darkness To Light“ dieselbe Romantik wie Blur’s „To The End“ in sich trägt. Obwohl es sich nicht unbedingt um ein Album zum Klimawandel handelt, fängt Albarn die Majestät der Natur mit großer Zärtlichkeit ein und kreiert das unheilvolle Gefühl des nahen Endes.

In gewisser Weise ist dies ein sehr trauriges Album, das Verluste anspricht, die nicht rückgängig gemacht werden können. Ob durch Tod oder zerbrochene Beziehungen, ein Verlust ist das Erschütterndste, mit dem die meisten von uns jemals im Leben umgehen müssen. Am Ende der Dunkelheit ist jedoch ein Licht zu finden, dass das wandelbare Gesicht der Natur zeigt und tröstend die Hand auf unsere Schultern legt.

8.2