CFCF – Outsiders

Tiefe Bässe und schwirrende Synths schicken den Hörer im eröffnenden Stück ‚ Beyond Light ‚ auf eine endlose Fahrt zwischen Montreal, New York und Toronto. Dieses Gefühl der ständigen Bewegung beeinflusste die Aufnahmen zu ‚ Outside ‚ deutlich, man spürt den ständigen Drang nach Stabilität, die Angst vor dem Ungewissen und bereits im Vorfeld erkannte man im Stück ‚ Jump Out of the Train ‚ diesen Wunsch, während die zyklisch verwobenen melodischen Muster mit den unverwechselbaren Hintergrundgesängen von Active Child auf leuchtenden Synthpads im Takt der dezenten Bässe wippten. Dazu gesellten sich existenzielle Texte mit ruhiger Entschlossenheit. ‚ Outside ‚ konnte also zu etwas großem werden. Doch leider verabschiedete sich der Produzent Michael Silver aus Montreal von seinen Beats aus früheren Arbeiten zugunsten eines elektronischeren Sounds. Es fallen dadurch mehr Sonnenstrahlen zwischen die Melodien und diese Eigenschaft hat durchaus etwas beruhigendes, aber die luftigen Synths und die oftmals nach einer Panflöte klingenden Ausflüge zeigen unausweichliche Tendenzen der New-Age Musik und würden wohl am Besten zu einer Naturdokumentation passen, während der Zeitraffer im dazugehörigen Video den Sonnenuntergang an uns vorüberziehen lässt. ‚ Outsider ‚ plätschert im Zuge dessen meist nur so dahin, es fehlen dekonstruktive Experimente und dem Hörer meist die nötige Aufmerksamkeit, um dem Album auf voller Länge folgen zu können. Die Dream-Pop ähnlichen Sequenzen liegen in diesem Jahr absolut im Trend und vielleicht auch deshalb, wollte Michael Silver nicht ganz darauf verzichten. Blickt man darüber hinaus, lassen sich aber auch ganz wundervolle Arrangements entdecken. Wie beispielsweise im Stück ‚ Find ‚, welches mit seinen meditativen Rhythmen und den zarten Synthesizer-Sounds förmlich die Bilder in unsere Köpfe projiziert die während den langen Zugfahrten in Kanada vor den Augen Silver’s entstanden sein müssen. Man kann über längere Dauer durchaus einen leicht hypnotischen Zustand erreichen, doch fühlt sich die Platte weniger als ein ganzes an, als vielmehr eine Sammlung verschiedener Songs die einzeln für einen kurzen Moment der Entspannung dienen und dem Hörer ein kohärenten Gefühl vermitteln. Nachdem das letzte Jahr vor allem durch die Veröffentlichung verschiedener EP’s geprägt war, arbeitet ‚ Outside ‚ schlussendlich die musikalischen Ideen vergangener Veröffentlichungen feiner heraus (mit Verzicht auf die Beats) und fasst diese auf einem Werk zusammen, dem der ein oder andere Aufreger durchaus nicht geschadet hätte.