Bonnie „Prince“ Billy – I Made A Place

Gemeinsam mit Nathan Salsburg, Mike Hyman und Joan Shelley entstand mit „I Made A Place“ das erste Studioalbum mit neuem Material seit über acht Jahren. Bonnie „Prince“ Billy ist über die zahlreichen Jahre von Will Oldham, einem Songwriter, der sich an ländliche Geschichten über die hässlichsten Aspekte der menschlichen Natur hielt, die von einer knackenden Stimme und wackeligen, hausgemachten Darbietungen geliefert wurde, zu einem versierten Musiker aufgestiegen, der Gesänge verfeinert und die rauen Kanten seiner Musik glättete – beginnend mit seiner Arbeit unter dem Namen Bonnie „Prince“ Billy. 

“You need to knock this one out of the park,” singt er im rauschenden Eröffnungsstück „New Memory Box“ und deutet bereits hier einmal mehr an, dass die Alben unter seinem Pseudonym Bonnie „Prince“ Billy immer einen Zusammenhalt erreichen, der das Ganze größer macht als die Summe seiner Teile und „I Made A Place“ bildet hierbei keine Ausnahme. Die 13 Songs enthalten einfache Folk-Arrangements aus Gitarre, Schlagzeug, Bass, Geige, Streichern, Hörnern und dem einen oder anderen Synth-Part. Dieser Zyklus und die Einfachheit der Musik machen Oldham’s Stimme (und Texte) umso klarer.

Die sanften, lullenden Arrangements verschönern Oldham’s nachdenkliche Lyrik, obwohl noch viel Zeit für die Blütenpracht aus Blech- und Holzblasinstrumente bleibt, die auf dem gesamten Album häufig zu finden sind. Es gibt einen Ausreißer in „Mama Mama“ – einen aufrechten, funkelnden Willie Nelson aus dem Herzen 70er Jahre. „I Made A Place“ lebt aber nicht nur in der Vergangenheit und widmet einen großen Teil seines Blicks der Zufriedenheit, die Oldham gerade erlebt. Das Gefühl der Sicherheit, jemanden zu finden, mit dem man sein Leben teilen kann, wird in den langsamen Wellen der Holzbläser bei „You Know The One“ und erneut bei dem sanften Barock-Pop von „Building“ gefeiert.

Die gelebte Positivität und die schillernde Überproduktion beginnen sich jedoch bis zur Mitte etwas abzunutzen. Es hört sich alles gut an, aber es fehlt die beißende Einsicht der besten Oldham-Platten. Das Album zeigt eine leichtere und mildere Seite des Bonnie „Prince“ Billy, dass trotz mancher Schwachstellen eine gute Platte mit vielen Oldham-Eigenheiten geblieben ist.