Bright Eyes – Down in the Weeds, Where the World Once Was

Das erste Album von BRIGHT EYES seit 2011 fängt geschickt die Klänge aus der 25-jährigen Karriere der Band ein, kleine Änderungen an der Formel hätten sich hier jedoch ausbezahlt.

Wie zu den besten Zeiten von Bright Eyes gibt es ein bittersüßes Zusammentreffen makaberer Worte und volkstümlicher Melodien auf dem neuen Album „Down in the Weeds, Where the World Once Was“. Das vierte Stück „Mariana Trench“ begeistert mit seiner sprudelnden Leichtigkeit, während Oberst eine Gesellschaft widerspiegelt, “where selfishness is currency – people spend more than they make”. Der eigentliche Höhepunkt kommt jedoch, wenn er eine gewisse Anglo-Melancholie in dem auf Großbritannien bezogenen Trennungssong „Calais To Dover“ einfängt, der eine unangenehme Fahrt mit der Fähre und einige traurige englische Szenen durchquert, bevor er zu einem epischen und überraschenden Americana-Song ausbricht.

„Pan And Broom“ strahlt Synthiesüße aus, während Oberst ein Leben beklagt, dass “went down the drain of rainy days”. Und wer sonst außer Conor Oberst könnte eine himmlische Chorveröffentlichung auf einen Track namens „Forced Convalescence“ bringen? Der Song im Beatles-Stil der letzten Tage bietet mit seiner orchestralen Anmut eine sich ausbreitende Landschaft, während der Singer-Songwriter über eine zum Scheitern verurteilte Beziehung nachdenkt, bevor er verheerend heult: “You’re approaching even as you disappear”. Vielleicht ist es unfair, die Texte des 40-jährigen Oberst mit denen zu vergleichen, die er in den Zwanzigern geschrieben hat, aber selbst im Vergleich zu seinen jüngsten Alben, schneiden mancher seiner neuen Songs hier nicht ganz so tief. 

„Down in the Weeds, Where the World Once Was“ ist dennoch voller kunstvoller, vage apokalyptischer Poesie, die es insbesondere in den großartig orchestralen Tracks wie „Dance and Sing“ und „One and Done“ zu bewundern gilt. Oberst hat sich zu einem selbstbewussten, unverkennbar einzigartigen Sänger entwickelt und zeigt uns sein reifes Spiegelbild, das er mit einer beeindruckenden Dringlichkeit verbindet. Das ist sein hart umkämpfter Optimismus, den er über seine lange Karriere heranwachsen ließ und es ist ein Optimismus, mit dem wir in diesen Zeiten genauso gerne Zeit verbringen möchten.