Be Your Own Pet! – Get Awkward

Seit nunmehr drei Jahren leben Be Your Own PET auf der Überholspur und es ist immer noch keine Ende in Sicht. Bereits vier Singles haben uns die Jungs rund um Sängerin Jemina Pearl präsentiert mit der Erkenntnis, dass Sie doch ein Stück erwachsener geworden sind. Man spürt es nicht überall und auch es ist auch nicht offensichtlich, aber in der Liebe zum Detail lassen sich solche Momente des öfteren finden. ‚ The Kelly Affair ‚ zum Beispiel, das eine Eselsbrücke zu „Beyond The Valley of the Dolls“ schlägt. Nur mit dem Unterschied das es sich eben jetzt um eine junge heiße Band handelt, umgeben von Rock & Roll und Pillen schluckenden College Studenten. „It could be dangerous,“ meinte Jemina Pearl, „living in this valley“. Aber Sie sagte es nicht besonders besorgt, viel mehr benötigt man wohl auch eine Brise von dieser Gefahr. Nachdem der Drummer ausgewechselt wurde, wollen nun Be Your Own PET mit der neuen Platte ‚ Get Awkward ‚ wieder für neue Verwüstung in den High-Schools wie auch auf dem Restplaneten sorgen. Mit Recht darf man behaupten das sich die vier aus Nashville, Tennessee um ein vielfaches weiter entwickelt haben. Die Arbeiten wurden präziser angegangen, die Gitarren spielen zehnmal abgeklärter und sind um ein vielfaches erfinderischer als man es hätte erwarten können. Was bedeutet das der direkte Zug zu den Songs anfangs erstmal nicht entstehen will, es erfordert mehrere Durchläufe um sich vollkommen in diese durchwegs begeisterte Stimmung einzusaugen. Ist man aber erstmal so weit will man die Platte nicht mehr aus der Hand legen. Punk-Rock oder Hardcore-Punk, wie man es auch bezeichnen will, der Spaß an der Platte ist unübersehbar und spiegelt sich in fast jedem dieser 15 Songs wieder. In ‚ Food Fight! ‚ kämpfen Be Your Own PET für die Lebensmittel während in dem Refrain fröhlich „Sucks to be the janitor“ gebrüllt wird. Auch ‚ Becky ‚, dem Song über Freundschaften, schunkelt gemächlich bis im Refrain die Gitarren bis an die Grenze Ihrer Leistungsfähigkeit getrieben werden. ‚ Heart Throb ‚ dagegen beginnt von Start an stürmisch ohne auch nur einmal abzusetzen. Trotz der Weiterentwicklung entdeckt man viele Gleichheiten mit der Vorgängerplatte. So befindet sich auch hier wieder ein vierzig Sekunden langer Abreißsong mit dem man am liebsten sämtliche Einrichtungsgegenstände gegen die Wand knallen würde. Aber weil man das in der kurzen Zeit wohl wenig erfolgreich praktizieren könnte, legen Be Your Own PET mit ‚ Bummer Time ‚ gleich einen nach. ‚ Twisted Nerve ‚ ist dagegen der anspruchsvollste Song geworden. Überzogenen Metallgitarren treiben die Schmerzgrenze bis ans Äußerste bis ein völlig unerwarteter aber verdammt eingängiger Refrain die Band wieder zurück zum Punk Rock führt. Täte man diese beiden Elemente getrennt voneinander vorlegen, mit der Auflage diese zu einem Song zusammen zu flicken würden wohl nicht wenige das Handtuch schmeißen. Natürlich kann es auf ‚ Get Awkward ‚ auch mal ätzend werden mit Songs wie ‚ Bitches Leave ‚ oder ‚ Zombie Graveyard Party ‚, aber Tatsache ist, diesen ätzenden Punk Rock muss man nicht nur spielen sondern auch können und genau hier stehen die vier Amerikaner allein auf weiter Flur. Letzter dieser Songs ist ‚ The Beast Within ‚ inklusive Mitmach-Teil und zeigt nach einer halben Stunde die Prioritäten auf die Be Your Own PET am Herzen liegen, es soll kräftig schmerzen, in den Ohren und in der Magengegend wenn sich die Gitarren in Gehörgänge und Bäuche bohren. Aber diese Schmerzen ist man bereit einzugehen und eines ist sicher: Be Your Own PET muss man in dieser Beziehung absolut nichts mehr beibringen.