Babyshambles – Shotters Nation

Die Gerüchte hielten sich hartnäckig, dass das Zweitwerk erst Anfang 2008 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Doch bekam man die Monate über nur sehr selten neues über die Studioarbeiten präsentiert, viel mehr, oder auch schon wie die letzten Jahre, stand natürlich das Privatleben von Pete Doherty im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Und auf einmal ist es jetzt doch schon hier, früher als erwartet erscheint die neue Platte ‚ Shotter´s Nation ‚. Ein brillantes Zweitwerk, das die Babyshambles endlich als eigenständige und ernstzunehmende Band abseits der damaligen Libertines darstellt. Auch der damals bei Down In Albion etwas schwächelnde Mittelteil ist verschwunden. Etwas aufgeräumter, aber immer noch leicht schräge Melodien mit sanften musikalischen Einschlag und teils ohrwurmartigen Passagen bestimmen durchwegs die 12 Songs. ‚ Carry On Up The Morning ‚, zeigt die klassischen Babyshambles Melodien auf, die man noch aus den alten Zeiten kennt. ‚ Delivery ‚, erste Singleauskopplung, ist wohl bis dato der erste richtige Hit, der mit seinem sehr eingängigen Refrain nur schwer wieder aus dem Ohr rauszubekommen ist. ‚ You Talk ‚ lässt anfangs alte Libertines Zeiten aufleben bevor er doch deutliche Unterschiede mit dem Refrain an den Tag legen kann. Ja man merkt schon ab dem Zeitpunkt das Pete hin und wieder versucht hat Libertines Songs zu schreiben und das kann man Ihm hoch anrechnen das er sich da wieder rangewagt hat und sich seiner Vergangenheit stellt, auch wenn es nicht richtig klappen wollte. Pete macht, ob er will oder nicht, mittlerweile sein eigenes Ding. Und mal ehrlich, das ist gut so. Die Songs sind im allgemeinen eher langsam gehalten, wie bei Down in Albion auch schon der Fall war und man spürt jedem Song an das es diesmal eine Teamarbeit der gesamten Babyshambles war und nicht Dohertys allein. Die Instrumente werden an den richtigen Stellen platziert, jeder hat seinen festen Part den er auch voll und ganz versteht zu erfüllen. ‚ Side Of The Road ‚ ist der am temporeichsten Song, kompromisslos werden da die Zeilen in den knappen zwei Minuten hingerotzt das es eine wahre Freude ist. ‚ Crumb Begging Baghead ‚ ist ein weiterer Song der heraussticht, fährt er doch mit sehr aufdringlichen Gitarren daher die den Song fast bis zum Ende hin bestimmen können. Doch dazwischen kommt erst ein kurzes Basssolo bevor die überzogene Orgel die Hand ans Ruder legt und mal so richtig Gas gibt, toller Schluss. In Shotter´s Nation geht es natürlich auch um Beziehungsgeschichten, in dem Fall zwischen Pete und Kate. Neben der Verarbeitung des Trennungsschmerzes kommt auch der damit verbundene Kummer nicht zu kurz. Überraschend das selbst hier eine lockere und teils gutgelaunte Atmosphäre entsteht wie bei ‚ There She Goe ‚, eine leicht beschwingte Swing Nummer. Überhaupt sprüht die ganze Platte voller neuer Energie, guter Laune, Charme und Abwechslungsreichtum die einen nur staunen lassen kann. Da auch keine Lücken zu finden sind. In ‚ French Dog Blues ‚ kommt dies gegen Ende am deutlichsten zum Ausdruck sowie in ‚ Baddie´s Boogie ‚ das sich nicht lange Bitten lässt und sofort gute Laune verbreitet wie damals einst Up The Morning. Nach ‚ Deft Left Hand ‚, einem schon sehr nahe an den Mainstream geratenen Song und der wohl auch für größere Hallen vorzüglich geeignet wäre, ist man schlussendlich mit ‚ Lost Art Of Murder ‚ schon wieder am Ende angelangt.