Petal – Magic Gone

„Shame“ nannte sich das letzte Album von Kiley Lotz aus Scranton, Pennsylvania, dessen Songs eine tiefe emotionale Introspektion inszenierten und in ihren intimsten Momenten den größten Halt gaben. Es ist also durchaus eine Überraschung, dass die Fortsetzung „Magic Gone“ mit einer klobigen Gitarrenlinie beginnt, die lauter ist als alles, was zuvor eine Petal-Platte zierte. Doch interessanter ist hierbei der Text, denn „Better Than You“ ist eine Botschaft an unhöfliche und respektlose Konzertbesucher, die über ihr Set sprechen.

Und über die Texte geht es natürlich zur wunderschönen Stimme von Lotz, die ein riesiges Spektrum an Emotionen – überall auf der neuen Platte – eindrucksvoll platzieren kann. Auch hat Lotz ein Talent für köstliche Ohrwürmer, wie im zweiten Stück „Tightrope“ unüberhörbar deutlich wird. Zu erwähnen sei an dieser Stelle der Produzent Will Yip, der eine inspirierte und perfekte Produktion abliefert. Jedes Instrument, jede Gesangslinie und jede Harmonie wird fachmännisch zusammengefügt. Zum Beispiel führt die subtile melodische Veränderung, die während „Tightrope“ stattfindet, zu einem etwas wärmeren, hoffnungsvolleren Sound.

Diese Detailgenauigkeit wird während des gesamten Albums aufrechterhalten. „Shy“ beginnt leise und mit einer langsamen, traurigen Gitarre. Während „Shy“ fortschreitet, werden immer mehr kleine Riffs, musikalische Ideen und Instrumente hinzugefügt, bis Lotz über eine blühende musikalische Weite wandert. Der Titeltrack kombiniert das Beste von allem, mit einem dominanten Riff, das dennoch angenehm zurückhaltend bleibt. Wie bei „Shame“ ist letztlich die Stimme von Kiley der unbestreitbare Star und Produzent Will Yip hat sich darauf konzentriert, diesen in den Mittelpunkt zu rücken und das wiederum perfekt umgesetzt! Aber auch weil die Texte eine tiefe emotionale Erforschung betreiben, die über ihre bisherige Arbeit weit hinausgehen.