B Boys – Dudu

Manchmal klingen die B Boys wie The Clash, auch weil das Trio aus Brooklyn herrlich unprätentiös die aufgestaute Frustration des Alltags einfängt. “What is this? / Constructed walls are not for me / Gotta reprogram what I see / Punch the clock and turn the key.” Auf den 15 Titeln des Albums wirft die Band ihre Stärken und Schwächen an die Wand und sieht, was im Chaos zwischen Jackson Pollock und den sorgfältig kalibrierten, geometrischen Werken von Mark Rothko steckt. Manchmal ist es aufschlussreich. Manchmal kratzt man sich einfach nur am Kopf. Währenddessen zaubern die B Boys die Erkundung der modernen Entfremdung auf die Leinwand und mischen ihre Palette mit explosiven Instrumenten, kakophonem Gesang und peitschenden Soundeffekten. 

 

Alle drei Mitglieder – Andrew Kerr am Schlagzeug und am Gesang, Brendon Avalos am Bass und am Gesang und Britton Walker an der Gitarre – sind zweifelsohne sehr talentiert. Kerr’s Arbeit am Schlagzeug ist ein Highlight auf dem gesamten Album, das sich geschickt zwischen den Taktarten herumdreht, während Avalos und Walker jeweils ein bemerkenswertes Talent haben, eingängige Riffs zu schreiben. Wie bei jeder Veröffentlichung der Band wird der Gesang diplomatisch zwischen der Gitarristin Britton Walker und dem Bassisten Brendon Avalos aufgeteilt, die jeden Song hin und her treiben, während Schlagzeuger Andrew Kerr als kraftvoller Motor agiert. Die Wahrnehmung als Einheit bleibt das Markenzeichen der B Boys.

Die rohe Wut der B-Boys, sich über aktuelle Missstände beklagen, unterstreicht ihre Weigerung, den Status Quo zu akzeptieren. Auf dem berauschenden „Taste for Trash“ protestieren diese wütenden jungen Männer gegen wörtlichen und metaphorischen Müll und rufen uns zu: “It kills everything/ It covers the earth/ It’s inside me.” Das neue Album kann auch anstrengend sein, bleibt aber in letzter Konsequenz immer aufregend. Vielleicht wäre es generell für die Zukunft eine gute Sache, diesen exzellenten Songs ein bisschen mehr Luft zu geben, denn trotz gelegentlicher Tempoveränderungen ändert sich die Intensität nie und droht besonderes gegen Ende mit leichter Taubheit.