Suche läuft …

ASH Ad Astra

2025

Mit Vollgas durchs All der Nostalgie: Wie ASH mit AD ASTRA zwischen galaktischem Größenwahn, melancholischer Romantik und selbstironischer Erdenschwere die Zukunft ihrer eigenen Vergangenheit entdecken.

Drei Jahrzehnte nach „1977“ und „Free All Angels“ hätte kaum jemand erwartet, dass Ash noch einmal so weit ausholen würden. Doch „Ad Astra“ ist mehr als ein nostalgischer Rückblick. Es ist ein selbstbewusster Flug durchs eigene Klanguniversum, ein Album, das mit offenen Armen in alle Richtungen greift: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Der Titel ist Programm, das Cover ein Versprechen. Drei Raumfahrer, entschlossen, dem Unbekannten entgegenzublicken, während hinter ihnen eine Gitarre wie eine Rakete gen Mars schießt – ein ironischer Kommentar zur eigenen Bandgeschichte, aber auch zur ewigen Sehnsucht nach Aufbruch. Tim Wheeler, Mark Hamilton und Rick McMurray sehen darin keine Flucht, sondern eine Rückkehr zur Neugier, die sie einst antrieb.

Apple Music – Cookies nötig.

Der Auftakt „Zarathustra“ zitiert Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ und markiert damit eine selbstironische Schwere, die Ash sofort wieder brechen. „Which One Do You Want?“ – mit seinen schimmernden Gitarren und bittersüßen Harmonien – ist pure Melancholie in Bewegung, ein Song, der zwischen Entscheidungsangst und Sehnsucht schwebt. „I want both“, singt Wheeler, als wüsste er selbst, dass Dualität längst Teil des Band-Mythos ist. In „Fun People“, gemeinsam mit Graham Coxon, kippt das Trio in eine bissige Gesellschaftssatire, deren hyperaktive Hooklines den Wahnsinn des Digitalzeitalters nachzeichnen. Der Refrain – „I look around, I don’t know what to do, I’m stuck here with fun people like you“ – hallt nach, weil er ebenso überdreht wie ehrlich klingt.

Dann wird „Ad Astra“ introspektiver: „Give Me Back My World“ ist eine Rückbesinnung auf Menschlichkeit nach Isolation und Kontrollverlust. Der Song trägt die DNA von „Shining Light“ und „A Life Less Ordinary“, klingt jedoch reifer, fragiler, fast wie ein spätes Eingeständnis, dass Euphorie auch Abschied bedeuten kann. „Keep Dreaming“ und „Dehumanised“ setzen auf die vertraute Mischung aus Verzerrung und Sentiment, doch nicht alles zündet. Dazwischen überrascht „Jump in the Line“ mit absurdem Surf-Punk-Groove – ein riskanter, aber sympathischer Fremdkörper. Der finale Titeltrack, erneut mit Coxon, bündelt das Ganze in einer hymnischen Schlusssequenz: romantisch, überzogen, aber aufrichtig.

Ash behaupten sich hier nicht durch Innovation, sondern durch Energie, Spielfreude und Selbstreflexion. „Ad Astra“ ist kein neues Kapitel, sondern eine Umlaufbahn. Es zeigt eine Band, die weiß, dass sie nie die Sterne erreichen wird, aber weiterhin mit ausgestreckten Händen danach greift.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhält MariaStacks eine kleine Provision.

77
illustration
2025
Ad Astra
HO-0404-MB

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

portrait
2025
Little House EP
HO-0400-MO
close-up
2022
WE
HO-0401-RB
portrait
2014
Platinum
HO-0402-SI
silhouette
2026
You Wish
HO-0403-OB
close-up
1997
Let’s Talk About Love
HO-0405-TS
schriftbild
2023
Workin’ on a World
HO-0406-MB
gruppe
2019
The Highwomen
HO-0407-NG
gruppe
2013
Let’s Be Still
HO-0408-SA