Amyl And The Sniffers – Amyl And The Sniffers

Garage und Punk-Rock-Thrash gibt es in den 110 Sekunden in die Gehörgänge und ist zugleich klopfender, schreiender und klagender Magnet für Außenseiter, Verlierer und Ausgestoßene. Garniert mit einem durchdringenden Solo ist es der fulminante Einstieg in das gleichnamige Album und der triumphale Abschluss nach zwei Extended Plays und einer scheinbar endlosen Welttournee, auf der Amyl and The Sniffers eine Spur der Zerstörung hinterlassen haben. Großbritannien, Europa und Amerika wurden mehrmals in die Knie gezwungen und inmitten des Chaos gelang es den Australiern irgendwie, noch ein Debüt herauszuquetschen. Wenn schneller und harter Punk gefordert ist, dann sind Amyl and The Sniffers vorne mit dabei. 

 

https://youtu.be/g-X8QkqrDeY

 

In knapp einer halben Stunde packen sie 11 Songs rein, die Geister Ihrer Vorfahren, wie Wendy O. Williams, Karen O. und Poly Styrene kanalisieren und als aufrührerische Kraft freisetzt, Sie schwingt sich vom mächtigen „Gacked on Anger“ zu den halsbrecherischen „GFY“ und „Punisha“ und von dort wiederum zum koketten „Got You“ und dem verletzlich wirkenden „Angel“. Alles innerhalb weniger Minuten. Während Taylor zweifellos der Star der Show ist, glänzen der Gitarrist Dec Martens, der Schlagzeuger Bryce Wilson und der Bassist Gus Romer nicht minder – wenn ihnen Raum zum Atmen gegeben wird. Vom instrumentalen Auftakt in „Starfire 500“ bis zum stetig wachsenden „Control“ beweisen Amyl And The Sniffer, dass es unter der Oberfläche mehr gibt als nur einen waghalsigen, zertrümmernden und dreigezackten Angriff.

„Got You“ ist dabei einer der wenigen Tracks, die Amy Raum geben, um eine verständliche Geschichte zu erzählen: „“buy me a drink and my eyes glaze over”, erzählt sie auf einer Platte, die oftmals von ihrer eigenen Intensität überwältigt wird. Der beste Rock’n’Roll hat immer dann funktioniert, wenn das Regelwerk zerrissen und Inspiration und Verwirrung gleichermaßen hervorgerufen wurde. In diesem Sinne haben Amyl And The Sniffer alles richtig gemacht.

 

8.7