All We Are – Providence

Das Liverpooler Trio ALL WE ARE zieht sich aus dem ängstlichen Post-Punk ihres letzten Albums zurück und schlägt einen positiveren Ton auf PROVIDENCE an.

All We Are bieten auch auf Ihrem neuen Album „Providence“ treibende Rhythmen und glitzernde Gitarren- und Synth-Riffs. Ihre Songs begegnen uns mit Verführung und Romantik und mit strahlenden Klangfarben, um den Übeln der Welt entgegenzuwirken. „Providence“ erinnert an den R&B-infundierten Dream Pop ihres ersten Albums und ist eine ähnlich üppige Angelegenheit, die zwischen Gikling und Santos in seelenvollem Falsett gesungen wird, während O’Flynn den Zug gekonnt vorwärts fährt. Alle drei sind starke Musiker und ihre verliebte Einstellung ist lobenswert, aber leider gibt es hier wenig, was sich wirklich durchsetzt, oder sich gar selbst sabotiert mit klobigen Texten wie „you know I want your body and you think I’m sexy, like a piña colada, you’re not gonna waste me“ im ansonsten funkigen „Not Your Man“.

 

Das gesamte Album wirkt ein wenig zu fest in seinen Strukturen aus nebligem Midtempo-Soft-Pop und Sex-Funk gefangen, ohne die Songs, die sich wirklich auszeichnen, noch die dramatischen Gipfel und Täler, damit es sich eher wie eine Reise anfühlt. Wie es gehen könnte, zeigt das wirklich großartige „How You Get Me“, dass die Stärken von All We Are hervorhebt – wechselnde, unruhige Rthythmen, die subtil durchscheinen. Und mit sehr eingängigen Refrains auf „Heart of Mine“ und „Deliver It“ ist es offensichtlich, dass die Band den Pop-Glanz liefern kann, für den sie einst bekannt wurde. So bleibt „Providence“ letztlich eine unrunde Angelegenheit, wirkt wenig persönlich – trotz seiner unbestrittenen liebenswürdigen Absichten.