Amy MacDonald – A Curious Thing

Amy Macdonald gehört zu den glücklichen Menschen, deren Karriere bisher einzig den Weg nach oben kannte. Geboren in Bishopbriggs, Schottland, veröffentlichte Sie im Altern von 20 Jahren Ihre Debütplatte ‚ This Is The Life ‚ mit über 2,5 Millionen verkauften Einheiten bisher. Natürlich bestimmen Verkaufszahlen nicht die Qualität einer Platte, doch mit ‚ This Is The Life ‚ überzeugte Sie Fans und Medien gleichermaßen, setzte sich über ähnliche Künstler wie Laura Marling, Duffy und Adele hinweg und präsentiert uns nun mit ‚ A Curios Thing ‚ das schwierige zweite Album. Doch eigentlich ist von Schwierigkeiten auf der neuen Platte kaum etwas zu merken. Aufgenommen im Studio von Paul Weller in Surrey, fühlt sich das gesamte Werk befreit an, kühner und entspricht einer großartigen Absichtserklärung mit Songs, die einen epischen Schwung durch die Lüfte treiben, unbestreitbare Chöre dazwischen pusten, die schlussendlich begierig in unsere Ohren treiben. Insgesamt klingt ‚ A Curious Thing ‚ größer und besser produziert als ‚ This Is The Life ‚ und trotzdem ist es in diesem Fall kein negativer Aspekt. Ein Mädchen in diesem Alter, mit dieser Stimme und den Songwriter-Qualitäten muss nicht vor dem breiten Rampenlicht zurückweichen. Es lassen sich sogar ein paar Songs über die Gefahren des Ruhms finden- also ganz bodenständig ist die kleine Schottin mit Gitarre auch im dritten Jahr Ihres Erfolges geblieben. ‚ A Curios Thing ‚ ist geladen mit herzlichen Melodien, die sich in unser Bewusstsein bohren und dennoch irgendwie nicht auf einer tieferen Ebene existieren. Die primären Attribute bei Macdonald sind auch dieses Mal wieder Ihre keltische Stimme und Ihre Intoleranz gegenüber den berühmten Idioten. Der Opener ‚ Don’t Tell Me That It’s Over ‚ profitiert von einem dynamischen Ansatz und einer vernünftigeren Nutzung der Streicher, die ein bisschen der schlichten Gitarre, Bass und Schlagzeug weichen. Doch so schön alles auch klingen mag, am Ende fehlt dieser Nachdruck, der ‚ A Curious Thing ‚ auch wirklich unvergesslich machen würde. Da helfen auch nicht die einfachen, eleganten wie mitreißenden Songs, die reine und klare Stimme, oder die fließenden Melodien und aufrichtigen Texte. Auch finden sich nicht entscheidende Unterschiede zum Debüt und trotzdem bleibt Amy Macdonald einer der besseren jungen Singer-Songwriter, was selbstverständlich auch über die Grenzen Ihres Heimatlandes Schottland nichts an Geltung verliert.