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Abstraktes Schwarzweiß-Albumcover von A Moon Shaped Pool von Radiohead, zeigt fließende, marmorierte Strukturen, die einen weißen, leeren Raum umrahmen – zwischen organischem Chaos und meditativer Leere.
ALBUM

A Moon Shaped Pool RADIOHEAD

2016
MSTAX ALBUMPROFIL

Zwischen sakraler Ruhe und zerbrochener Sehnsucht: Wie RADIOHEAD auf A MOON SHAPED POOL die Sprache der Auflösung neu erfinden – ein orchestrales Psychogramm zwischen Verlust, Resignation und stiller Ekstase.

Wenn Radiohead ein neues Album veröffentlichen, ist es kein bloßes musikalisches Ereignis, sondern eine Verschiebung im Bewusstsein ihrer Hörer. „A Moon Shaped Pool“ markiert nach Jahren der Stille einen Moment des Innehaltens – weniger als Bruch, mehr als Destillat. Thom Yorke, erschöpft und seltsam transparent nach der Trennung von Rachel Owen, öffnet hier ein Archiv der Fragilität, in dem jede Spur zittert. Die Band klingt nicht mehr rastlos wie auf „Kid A“ oder mechanisch wie auf „The King of Limbs“. Stattdessen kreisen diese elf Stücke wie Staubpartikel im Licht, lose verbunden durch eine stille Trauer, die sich weigert, zur Pose zu werden.

Der Opener „Burn the Witch“ zersplittert in aufgeladenen Streichern, die eher attackieren als begleiten – Jonny Greenwood verwandelt das London Contemporary Orchestra in ein vibrierendes Messer aus Holz und Metall. Die Zeilen „Avoid all eye contact / Do not react“ hallen nach wie ein Mantra einer Gesellschaft im Zustand der Verdrängung. Doch kaum verebbt die Panik, zieht „Daydreaming“ den Vorhang auf: sechs Minuten Zeitstillstand, Yorke’s Stimme als flüchtiges Flüstern, das durch Räume driftet. „This goes beyond me, beyond you“, singt er, und plötzlich öffnet sich das Album ins Überirdische. Im Zentrum stehen „Ful Stop“ und „Identikit“, zwei Songs, die das Zittern zwischen Kontrollverlust und Formsuche spiegeln. 

Der elektronische Puls bleibt, doch etwas Menschliches schimmert hindurch – ein pochender Schmerz, der sich nicht in Beats auflösen lässt. „A Moon Shaped Pool“ lebt von dieser Ambivalenz: Intimität und Entfremdung, Nähe und Leere. „Glass Eyes“ klingt, als würde jemand aus einer Schneekugel sprechen, „The Numbers“ ruft mit fatalistischer Ruhe „The future is inside us“, und am Ende liegt „True Love Waits“ wie ein Nachruf – entkleidet, entwaffnet, endlich losgelöst von der Last seiner eigenen Legende. Das Artwork von Stanley Donwood, ein Schwarzweißwirbel aus Flüssigkeit und Licht, scheint das musikalische Prinzip zu visualisieren: 

Strukturen lösen sich auf, Formen schmelzen zu Rändern. Wie ein Blick in gefrorenes Wasser erzählt dieses Bild von Bewegung, die stillsteht. „A Moon Shaped Pool“ ist kein Statement, sondern ein Zustand – ein Nachbeben, das langsam seine eigene Stille formt.

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Abstraktes Schwarzweiß-Albumcover von A Moon Shaped Pool von Radiohead, zeigt fließende, marmorierte Strukturen, die einen weißen, leeren Raum umrahmen – zwischen organischem Chaos und meditativer Leere.

Radiohead – A Moon Shaped Pool

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Anspieltipps: Burn the Witch, Daydreaming, True Love Waits

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