Suche läuft …

WEYES BLOOD The Outside Room

2011

Sie klingt genau wie Nico!“ wird wahrscheinlich der erste Gedanke vieler sein, wenn NATALIE MERING anfängt, auf Storms That Breed zu singen. Dahinter steckt aber nicht nur ihre teutonische Singstimme.

Natalie Mering versucht sich seit 2006 an den haarigen Fransen des knusprigen Americana unter dem Banner von Weyes Blood und oszilliert zwischen konventionellem Folk und Hieroglyphen-Dunst. Nach einer ausgedehnten Tournee mit Axolotl verbrachte sie mehrere Jahre im Winterschlaf, streifte zwischen verschiedenen südöstlichen Hauptquartieren umher und gebar die Knochen dessen, was später „The Outside Room“ werden sollte, ihr erstes offizielles Album. Zum Scheitern verurteilte Akustikgitarren versinken und fegen in unheimlichen, mittelalterlichen Atmosphären aus klirrenden Ketten und gespenstischen Moll-Tonarten, während Mering’s tiefe, germanische Stimme jede elegante Melodie in die graue Brandung führt, nur um dort zu ertrinken.

Apple Music – Cookies nötig.

Diese Emotionen sind uralt, aber die Lieder sind neu. Natalie Mering ist wohl diejenige, die möglicherweise allein in ihren eigenen dunklen Säften schmort. Das Album fühlt sich so an, wie es aussieht, wenn man auf das Cover blickt. Das ist kein Lo-Fi um des Lo-Fi willen, sondern klirrend und rauschend. Folglich ist das eröffnende „Storms That Breed“ ein übernatürlich verzerrter Walzer, bei dem Mering’s schöner und etwas verlorener Gesang allmählich von rostbedecktem Klirren subsumiert wird und es schafft, eher ästhetisch harmonisch als verzerrt zu klingen. Dieses Klirren scheint zumindest teilweise von The Shadow Ring’s schwer fassbarem Graham Lambkin orchestriert worden zu sein. 

Bandcamp-Player – Cookies nötig.

Und während „Candyboy“ tritt es wirklich in den Vordergrund, wenn die Jam-Session mit einer wirbelnden Orgel koexistiert und Mering’s klagendes Jammern mit hervorragender Wirkung verstärkt. Irgendwo zwischen The Shadow Ring und Nico angesiedelt, fühlt sich das Album hypnotisierend zeitlos an, eine Mischung aus Trauerliedern, handgekritzelter Kassetten-Dunkelheit und narkotischem, elektrischem Eden.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhält MariaStacks eine kleine Provision.

Verwaschenes Porträt einer Person über einer Wolkenlandschaft.

Weyes Blood – The Outside Room

Jetzt bei JPC kaufen Jetzt bei Amazon kaufen
82
surreal
2011
The Outside Room
UH -0132- NG

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

portrait
2020
Myopia
UH -0128- TZ
illustration
2014
The Church
UH -0129- TZ
portrait
2022
Ghosts On Tape
UH -0130- TZ
landschaft
1970
Black Sabbath
UH -0131- TZ
collage
2020
Ultimate Success Today
UH -0133- PE
minimalistisch
2007
On and Off
UH -0134- SI
collage
2011
Tragedy
UH -0135- TS
abstrakt
2007
Cryptograms
UH -0136- TZ