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MADONNA Madame X

2019

Die Art und Weise, wie MADONNA auf MADAME X dieses vertraute „Sorgen um Madonna“-Gefühl auslösen kann, hat etwas Erfreuliches. Seien wir ehrlich, sind wir nicht stolz auf unsere Mega-Pop-Idol aus den Achtzigern, weil sie immer noch bereit ist, sich so aufzuführen?

Nachdem dem übermäßig peinlichen Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest von Madonna in Tel Aviv fällt es schwer, mit dem nötigen Maße an Objektivität an das mittlerweile 14. Studioalbum heranzutreten. Zu frisch sind die Erinnerungen an die stark gealterte und gesanglich sehr wackelige Sängerin an diesem Abend. Dennoch schafft es die neue Platte mit einer faszinierenden Mischung aus lateinamerikanischen Beats, politischen Anspielungen und frischen Pop Sounds, das natürlichste, progressivste und originellste Album seit „Confessions“ zu sein.

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Bei „Madame X“ knirscht Madonna mit den Zähnen, setzt eine mit Glitzer verzierte Augenklappe auf, schaut mit gestählter Tiefenwahrnehmung in den Spiegel und sagt: „Bitch, I’m Madonna.“ Mit roboterhafter Stimme gurrt Madonna, “Not everyone is coming to the future, not everyone is coming from the past/Not everyone can come into the future, not everyone that’s here is gonna last,” im späteren Stück „Future“ und begeistert auch mit der lebhaften portugiesisch-diasporischen Melodie während „Faz Gostoso“, dass uns mit der brasilianischen Sängerin Anitta nach Brasilien entführt.

Auf dem gesamten Album spielen lateinamerikanische Rhythmen eine wichtige Rolle – ein Nebeneffekt, vielleicht aufgrund ihrer Wahlheimat Portugal in den letzten Jahren. Vieles auf dem neuen Album gefällt, manches wirkt dagegen ein wenig scheinheilig, wenn sich Madonna als Millionärin aus der ersten Welt beispielsweise im Song „Killers Who Are Partying“ mit den Enteigneten und Ausgegrenzten verbündet: Tugendhafte Verbrüderung zwischen protzenden Trap-Beats. 

Insgesamt bleibt es aber ein faszinierendes neues Werk einer Künstlerin, deren Zeitgenossen wie Prince, Whitney und Michael bereits verschwunden sind. Diejenigen, die überlebt haben, haben das Spielfeld weitgehend verlassen. Mit 60 steht Madonna also nun alleine da und hat in Ihren 15 Songs von „Madame X“ noch immer viel zu sagen.

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77
portrait
2019
Madame X
DU-0334-KR

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

illustration
2022
A Light for Attracting Attention
DU-0330-OB
symbolisch
2016
All My Demons Greeting Me as a Friend
DU-0331-RB
illustration
1992
Erotica
DU-0332-RB
verfremdet
NEU
2026
Dancing On The Wall
DU-0333-NG
fotografie
2015
Un Autre Voyage
DU-0335-KR
abstrakt
2019
End of Suffering
DU-0336-PE
fotografie
2012
I Predict A Graceful Expulsion
DU-0337-RB
verfremdet
2014
1000 Forms of Fear
DU-0338-TZ