Landshapes – Rambutan

Rock, Juli 2013

Das Debüt der Londonder erwärmt abgekühlte Landschaften mit klanglicher Fingerfertigkeit und lässt flatternde Lichter durch einen dunklen und reifen Sound wandern, gefüllt mit Shoegazing Indie, schrulligen Riffs und wehmütigen Folk-Melodien. Das eröffnende Stück ‚ Racehorse ‚ trottet mit murmelnden Basslinien zu verträumten Beats und legt mit den launischen und erdigen Tönen die Weichen für ein viszerales Album, dass besonders die unorthodoxe Herangehensweise im Songwriting in den Mittelpunkt rückt. ‚ LJ Jones ‚ huscht durch zwei Chöre, bevor es sich selbst in der eigenen Konstruktion umkreist, die Geigen blicken von oben herab, während sich die perkussive Intensität nicht durch das Gefühl der Kontemplation überwinden lässt. Traumhaft ‚ Threads ‚ mit stolzer Melodik, torkelnd in den von Straßenlaternen erleuchteten Gässchen dem kuscheligen Bett in Gedanken immer näher rückend. ‚ Blu Tac ‚ findet man in einer großen eindringlichen Landschaft. Sie ist laut und roh – doch möchte der geforderte Ausbruch nicht stattfinden. ‚ Blu Tac ‚ droht uns mit geballter Faust und bricht am Ende doch seufzend in sich zusammen. Der Song wird sicherlich bei den Konzerten für eine wohltuende Abwechslung sorgen. ‚ Rambutan ‚ ist eine durchsetzungsfähige Platte geworden mit gesundem Selbstwertgefühl, durchdrungen von einer individuellen und kraftvollen Identität. Das abschließende Stück ‚ Insomniacs Club ‚ scheint verflucht. Wer sich darauf einlässt wird mit Schlaflosigkeit kämpfen müssen. “Anyone who gets involved with it gets insomnia. The guy making the video hasn’t slept for days, true story.” Besonders beeindruckend hier die nachhaltigen, stilistischen Geräuschkulissen und in der Gesamtheit die beständig aufheizenden dynamischen Kompositionen. ‚ Rambutan ‚ wird durch strukturierte Klangwelten getrieben und als dieses zusammenhängende Produkt nimmt der Hörer am Ende die Platte wahr.

7.4