Young Magic – Breathing Statues

Harmonisch vereinen sich im eröffnenden ‚ Fall In ‚ klassische Singer-Songwriter-Strukturen mit gesanglichen Linien, die unterstützenden elektronischen Elemente erinnern dabei in ihrer Verspielt- und Verspultheit an Warpaint. Man könnte es auch als geschmackssichere Spielereien bezeichnen, die einem in den kommenden Minuten im neuen Werk ‚ Breathing Statues ‚ erwarten. ‚ Foxglove ‚ bettet uns im Anschluss zwischen tiefgefrorenen Synth-Töne in eine Art Vakuum-verpackte Reinkarnation der Joy Division. Ihre Klänge sind herrlich von düsterer Atmosphäre umschlossen, Bewunderung macht sich breit, da selbst der herrliche und hoffnungsvolle Pop fein in die kalten Strukturen eingearbeitet wurde. Hinter diesen Songs stehen Isaac Emmanuel und Melati Malay, die gemeinsam als Young Magic vor zwei Jahren Ihr Debüt ‚ Melt ‚ veröffentlichten. Ein unscheinbarer Name mit teils großer Wirkung.

Wie schon bei ‚ Melt ‚ ist auch hier die  interkontinentale Inkubationszeit der springende Punkt. Bevor das Album in New York fertig gestellt wurde, nahmen Young Magic Ihre neuen Songs in Marokko, Frankreich und Neuseeland auf. Trotz den ländlichen Wechseln und Eindrücken ist ‚ Breathing Statues ‚ ein äußerst kompaktes, dichtes und intensives Werk geworden. ‚ Something In The Water ‚ und ‚ Ageless ‚ stehen dafür als zentrale Stützen. Sie umgibt ein gewisser Bombast, energetische Impulse schieben klebrige und dröhnende Bässe unter schimmernde und glitzernde Lichter, die in tiefen Blau-, Purpur- und Goldtönen leuchten. Zugleich ist damit eine hervorragende erste Hälfte abgeschlossen. ‚ Cobra ‚ öffnet darauf den zweiten Teil mit einem interessanten Start, doch Young Magic übersehen den Moment der Kontrolle, so dass ‚ Cobra ‚ sich über die nächsten Minuten selbst trägt und dabei ein starkes Gefühl der Verlorenheit entwickelt.

Gut das Isaac Emmanuel und Melati Malay in ‚ Holographic ‚ die plötzlich aufschwappende Welle der Dynamik ergreifen und mit rhythmischen Melodien aus dem Keyboard einen angenehm dezenten Part zum Mitsummen heraufbeschwören. In ‚ Mythnomer ‚ ist dann irgendetwas arg mit den verstreuten Trance-Gesängen schief gelaufen, auch ‚ Waiting For The Ground To Open ‚ versumpft genervt wieder als Psychedelic Angelegenheit und so bleibt einem nur noch das letzte Stück ‚ Captcha ‚ übrig, welches allerdings ebenso wenig zu überzeugen vermag. Es ist glitschig, luftig und seltsam hektisch. Ein zerfahrenes Ende. Young Magic befinden sich ohne Zweifel im Wandel der Zeit – können aber durch die enorm starke erste Hälfte Ihre Existenz rechtfertigen. Ansonsten heißt es abwarten wohin die Reise mit dem Duo in den kommenden Monaten gehen wird.