Wire – Object 47

Lang ist es her als ‚ Pink Flag ‚, Ihr erstes Studioalbum veröffentlicht wurde. Um genau zu sein war es im Dezember 1977 und gilt für viele als eine der Ersten Platten der Britischen Punk Szene. ‚ Pink Flag ‚ spielte sich wie von den Ramones ‚ Go To Art School ‚ in einem glorreichen Stripped-Down Rush, allerdings zeichneten sich Wire letztendlich mit Ihrer Unberechenbarkeit aus und konnten so den typischen Sound kreieren der Sie im Laufe der Jahre berühmt gemacht hat. Inspirationen gingen dagegen schon seit je her von anderen Seiten aus, zu Anfangs waren es die Velvet Underground, später stoßen zu den Einflüssen noch The Urinals, Manic Street Preachers oder auch R.E.M. hinzu. In den Neunzigern folgte dann eine kleine Durststrecke die zwar mit einer großen Anzahl an Veröffentlichungen aufwarten konnte aber gesamt gesehen weit unter dem eigenen Durchschnitt anzusiedeln ist. Erst 2003 durften die Fans mit ‚ Send ‚ aufatmen, die Wire´s meldeten sich mit einem grandiosen Werk zurück und schafften es nach über zehn Jahren an die Spitze. Trotz der vielen Anerkennung seitens der Öffentlichkeit muss man hinzufügen das es sich hier mehr oder weniger um ein Quasi-Comeback gehandelt hat. Man hört auf ‚ Send ‚ sieben alte Songs von den beiden ‚ Read & Burn ‚ EP´s aus dem Vorjahr und vier Neue, die glücklicherweise an alte Höhepunkte anknüpfen konnten. Es entstand wieder das alte endgültige Kunst Punk oder Post-Punk Ensemble der damaligen Jahre, vor allendingen wegen Ihrem reich detailliert und atmosphärischen Sound, den obskuren lyrischen Themen und im geringen Maße Ihrer politischen Haltung. Die Entwicklung zeigt einen frühren rauen Stil auf dem Debüt und geht über zu einem komplexen und strukturierten Sound mit erhöhtem Einsatz von Gitarren Effekten und Synthesizer. Nun kommt also fünf Jahre nach ‚ Send ‚ endlich wieder ein vollkommen eigenständiges Werk auf den Markt. Mit neun Songs die keineswegs wieder einen Schritt zurück machen sondern vielmehr stetig nach vorne traben, so wie es Wire seit Anbeginn Ihrer Karriere vollziehen. Natürlich finden sich zwangsmäßig vertraute Motive innerhalb der Songs wieder aber auch hier wird der Hörer kein berechenbares Album vorfinden. ‚ Object 47 ‚ ist der krasse Gegensatz zu ‚ Send ‚, dort ging es wunderbar klaustrophobisch und kompromiert zu, gemalt wurde hier überwiegend mit großen Pinseln, während das Testen verschiedener Nuancen und Variationen mehr in den Hintergrund geschoben wurde. Bei ‚ Object 47 ‚ fährt man dagegen mit Wide-Screen auf und bietet ein breites Spektrum an Farben und Texturen, die für eine ausgeprägte melodische Sensibilität sorgen. Es gibt viel zu entdecken auf der Platte oder sehr wenig, man kann darin versinken, dem verträumten Gesang von Colin Newman lauschen und sich hochgradig dabei anstecken, oder es schlicht und ergreifend für ermüdend befinden. Es gibt viele Möglichkeiten die Platten von Wire zu interpretieren, jede ist für sich eine ganz besondere und wie auch ‚ Object 47 ‚ muss man sich dem Sound ohne Hemmungen hingeben um Ihn zu verstehen, den Klang in sich aufnehmen und die anfänglichen Widerspenstigkeiten abstreifen damit man die wunderschönen Malereien bewundern kann, die einen dahinter erwarten werden.