Veronica Falls – Waiting For Something To Happen

Wollen uns die Veronica Falls mit Ihrem Titel zur neuen Platte ‚ Waiting For Something To Happen ‚ etwa vorwarnen? Wird es eine vergebliche Suche nach dem Highlight? Oder ist es eine vorgezogene Maßnahme in Bezug auf den jetzt einhämmernden Erwartungsdruck. War doch Ihr selbst betiteltes Debüt aus dem Jahr 2011 eine musikalische Augenweide. Vier dunkelhaarige Wuschelköpfe streiften popkulturelle Verweise, behielten sich dabei stets eine morbide, aber auch anmachende Grundstimmung bei und beginnen nun auf ‚ Waiting For Something To Happen ‚ eigentlich vollkommen unspektakulär. ‚ Tell Me ‚ lässt die Gitarren erklingen, es wird kurz nach der Melodie gesucht und nach 16 Sekunden befinden wir uns dann auch schon in einem perfekt angerichteten Pop-Song. Mit überzeugender Eingängigkeit erbauen sich die einzelnen Schichten eine spielerisch klingende Atmosphäre und transportieren diese geschickt in den zweiten Track ‚ Teenage ‚ hinüber.

Ihre Single klingt idyllisch, aber getreu den dunklen Empfindlichkeiten gibt es auch hier eine unterströmende Traurigkeit. Insgesamt sind die Melodien mutiger und die Strukturen muskulöser, beispielsweise Ihr Track ‚ Shooting Star ‚ – der sich zudem stark an die Mentalität der Pixies orientiert, und so erreichen die Veronica Falls am Ende die gewünschte herzzerreißende Wirkung. Im mehrstimmigen Gesängen wandern wir weiter durch schimmernde Gitarren in ‚ If You Still Want Me ‚ und leider wird man spätestens ab jetzt etwas vermissen. Der Mut zur Abwechslung ist entschwunden, die Band verlässt sich mehr und mehr auf die charmante und süße Stimme von Roxanne Clifford, sowie auf bewährte Instrumentierungen. Akustische Gitarren, simpler Rhythmus, ein Tamburin und Schlagzeug. Man kann daraus natürlich großartige Momente zaubern, den Veronica Falls ist es vor zwei Jahren gelungen, dieses Mal gehen der Band leider zu früh die eigenen Ideen aus.

Eine inspirationslose Leere erwartet uns dann im Stück ‚ Everybody’s Changing ‚ und ich musste speziell an dieser Stelle nochmals an den Albumtitel denken. ‚ Waiting For Something To Happen ‚ passt leider in der zweiten Hälfte nur allzu oft. Texte, Melodien, Harmonien, was auch immer… die Veronica Falls beginnen sich zu wiederholen und machen aus dem starken Auftakt ein kontrolliertes Sicherheitsunterfangen – bei dem aus dieser Perspektive auch sicherlich nicht das Geringste passieren wird. Aufgenommen wurde die Platte übrigens mit Rory Attwell (Male Bonding, The Vaccines) und bleibt es hoffentlich nur der leidige Schritt zur baldigen Besserung mit Werk Nummer 3.