Twin Shadow – Confess

Bildlich gesprochen würde das neue Album ‚ Confess ‚ von Twin Shadow etwa so aussehen: George Lewis Junior liegt in einem großen, runden Himmelbett, ausgestattet mit teuren Pelzen und angemalten Wänden. Animalische Tänzer wandeln durch den Raum und jeder Kontakt führt zu einer berauschenden und flüchtigen Romanze. Das Licht zeigt verschwommene Schatten, die Cocktails süsslich, die Vorhänge aus rotem Samt. Es sinniert die Romantik durch die üppige Wohnung und irgendwann fällt der Blick zurück auf dieses überdimensionierte Himmelbett, in dem auch eine zerissene Lederjacke zu finden ist. George Lewis Junior ist auf ‚ Confess ‚ nicht mehr nur der zurückhaltende Typ mit leichten Melodien und den verspielten Verschleierungen, sondern auch ein Mann, der sein neues maskulines Auftreten in vollen Zügen genießt.

‚ Golden Light ‚ startet mit einem starken emotionalen Rückgrat, welches sich durch die grenzenlose Energie von Lewis ‚ vorgesehen und leidenschaftlichen Montagen windet, während jeder Vers behutsam in einen explosiven Refrain mit verschiedenen Variationen geführt wurde: „some people say there’s a golden light – you’re the golden light.“ Der Mann aus New York City benutzt dabei eine wahrlich eindringliche Stimme, welche mit einem fast wortlosen Gefühl alle Sinne zusammen entfachen kann. ‚ You Call Me On ‚ bedient sich an monströsen Synthies, während es im folgenden Stück ‚ Five Seconds ‚ heißt: “ “five seconds to your heart / straight to your heart”. Vielleicht steht George Lewis Junior wirklich auf Jungs, denn ein weiteres Indiz hinterlässt er im nächsten Stück: “ “I’m just a boy and you’re just a girl”

Und wer noch mehr Beweise haben möchte, untenstehend findet Ihr den dazugehörigen Videoclip. Aber genug der unnützen Spekulationen um Twin Shadow, denn seine Musik auf dem neuen Album ist einnehmend genug. ‚ The One ‚ rasselt dagegen mit seinen elektronischen Drums, weiche Klänge fallen wie Konfetti vom Himmel und das alles wird mit verführerischen Hooks abgerundet. ‚ When The Movie’s Over ‚ klingt unheimlich nach der Smiths-Morrisey-Ära und am Ende hören wir noch die dunkle Stimme, „You can learn to be still but we will always be broken“ – und die letzten Klänge zum Hidden Track ‚ Mirror In The Dark ‚ verstummen. Nur Lewis besitzt diese Ästhetik und diese Leidenschaft, ein ganzes Jahrzehnt neu zu entdecken, darin zu versinken und die  80er Jahre würdevoll in unsere Zeit zu transferieren.