Timbaland – Shock Value II

Er bringt einen zu hundert Prozent in die Charts. Nein er katapultiert einen vielmehr direkt auf den ersten Platz. Wo sein Name steht, darf nur die Qualität einer Extraklasse erwarten werden. Musiker dürfen sich einfach glücklich schätzen, wenn sich Timbaland um die Beats bemüht. Zumindest war es so in der Vergangenheit. Doch was wir mit seiner dritten Solo Platte ‚ Shock Value II ‚ mit anhören müssen ist der kreative Niedergang des einst bahnbrechenden Super-Produzenten. Selbst die besten Titel auf dem Album, darunter zählen ‚ Carry Out ‚ mit Justin Timberlake fallen nur passabel aus, gefangen in einem nieder drückenden Rap ohne neue Ideen oder ansprechende Zukunftsmusik. Es ist wieder einmal die leiernde R & B Formel, standardisiert und ohne jegliches Aroma langweilt uns Timbaland über eine Stunde lang.

In der Zusammenarbeit mit Katy Perry auf der Dance Pop Nummer ‚ If We Ever Meet Again ‚ mutiert er zum neuen Pete Waterman und an dieser Stelle darf man sich ernsthaft die Frage stellen: Warum veröffentlichte Timbaland seine neue Platte ausgerechnet vor Weihnachten? Mitten in die Fluten von Special Editions, Weihnachtsplatten und Best Of Editionen. Wer sich diese Tage für einen Release aussucht hat entweder verdammt gute Argumente zu bieten, oder leidet schlicht und ergreifend an Selbstüberschätzung. Was im Fall Timbaland greift sollte nicht so schwer zu erraten sein. Denn das erste was auf ‚ Shock Value II ‚ ungemein ins Gewicht fällt ist die gesunkene Qualität der Gäste und lässt somit auch die Songs in unvorhergesehene Tiefen stürzen. Selbstverständlich gehört dazu auch die Musik dahinter, doch die Partnerwahl in seinen früheren Songs passte einfach perfekt und ließ die Songs markelos erscheinen.

Der Schwerpunkt des Albums liegt Dank JoJo, Miley Cyrus und Katy Perry im gewissen Umfang auf einer Pop-Markt Disponibilität und verhindert so die früheren Crossover-Erfolge. Es fehlt dem Album schlicht und ergreifend an allen Stellen. Es wirkt unausgereift, lässt sämtliche Lebendigkeiten des Vorgängers vermissen und einstige bahnbrechende Arbeiten mit Aaliyah und Missy Elliott glänzen wie ein ferner Stern aus einem anderen Leben. Timbaland hat sich hier eindeutig auf seinen Lorbeeren ausgeruht, alte Loops aus der Kiste geholt, uninspirierte Beats darüber geschraubt und ein paar Gaststars eingeladen, deren Name die Massen zum Kauf bewegen sollten. Sieht man sich den Amazon Verkaufsrang in Deutschland an, hat es wieder einmal funktioniert. Dumm kauft eben besser. Wir können nur hoffen, dass sich Timbaland in den nächsten Jahren besinnt und wieder das macht, was er am Besten kann, nämlich kreative, atemberaubende und futuristische Stücke zu erschaffen.

9.3