The View – Bread And Circuses

Es ist die gelungene Rückkehr zum Debütwerk ‚ Hats Off To The Buskers ‚ aus dem Jahr 2007 und lässt damit auch ein wenig den durchschnittlichen Nachfolger ‚ Which Bitch? ‚ in Vergessenheit geraten. Das neue Werk ‚ Bread And Circuses ‚ wurde mit Youth im letzten Jahr produziert und dessen erste Single ‚ Sunday ‚ gab es im November als kostenlosen Download. „I run away from a broken day, & wake me up on Sunday/ Shift is done & I sing this song, & wake me up on a Sunday“, heißt es dort in den Lyrics und erzeugt mit ‚ Blondie ‚ ein angenehmes Gribbeln – vergleichbar einer auflösenden Brausetablette. Die Stücke klingen wie moderne Indie-Versionen von Girls Just Want To Have Fun und St Elmo’s Fire, beziehungsweise steckt darin auch der unahmnachliche Nervenkitzel, diese grenzenlose Kreativität selbst auf engen Raum in vollen Zügen inhalieren zu wollen.

Es besteht kein Vergleich zu ‚ Whitch Bitch? ‚, dessen Stärken auf einer mangelnden Konzentration und den schlafenden Augen von Oasis Produzent Own Morris beruhten. Dieser wurde vor die Tür gesetzt und durch Youth ersetzt, dessen erste Aufgabe es war, ein striktes Alkohol-Verbot im Studio durchzusetzen. Aber wie man nun sehen kann, in fast allen Fällen hat es geholfen. Beste Unterhaltung auf den kommenden Festivals versprechen ‚ Tragic Magic ‚ und ‚ Sunday ‚ mit lauthalsigen Chören, während ‚ Friend ‚ auf der Seite mit einem tiefen Seufzen die eigene Leidensgeschichte abseits der stimmungsvollen Tracks erzählt: „The girl that I’ve been speaking to all night, has left me for a friend“. Das folgende Stück ‚ Beautiful ‚ wurde von Pete mit einer Folie aufgenommen, um so eine echte Blues-Atmosphäre zu kreieren. Die Verse sind mit einer lyrischen Dunkelheit angehaucht, die Refrains überraschen mit der kompletten Gegenseite, „Take me to the beautiful way“. Man spürt deutlich es kommt aus dem Herzen und erinnert zugleich daran, dass Freundschaft eine wirklich wertvolle Sache im Leben ist.

‚ Walls ‚ dagegen ist ein sehr spezieller Song, sprüht vor verrückten Visuals und mit ‚ Happy ‚ führen uns The View zurück in das Jahr 2009 und dort an das Ende von ‚ Whitch Bitch? ‚. Denn ‚ Happy ‚ war der erste geschriebene Song nach dieser Zeit und erzählt die Essenz zwischen Mann und Frau in einer Beziehung und deren übermäßige Abhängigkeit voneinander. Und ebenso die massiven Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf die jeweils andere Person. Man merkt, Pete Reilly hat sich so einige Gedanken gemacht und diese abschließend perfekt in die neue Platte transferieren können. ‚ Bests Last Forever ‚ philosophiert ein wenig über die Idee, doch das eigene Sofa zu verlassen, die Chips liegen zu lassen und sich einen Ruck zu geben um die eigenen Ziele in Angriff zu nehmen. Es sollte der Albumtitel werden, „but we thought it sounded too self important and conceited“.

Das letzte Stück ‚ Witches ‚ ist kein gewöhnlicher The View Track und entstand am Ende von der letzten Platte. Kyle blieb noch im Studio, sah die schöne Landschaft von seinem Fenster aus und hatte nicht wirklich Eile nach Hause zu gehen. So entstand diese kleine nette Überraschung und sind wir einmal ehrlich, wie könnte eine Platte besser zu Ende gehen als mit solchen fröhlichen und schwingenden Melodien?