Phoenix – Wolfgang Amadeus Phoenix

Phoenix feiern dieses Jahr mit der neuen Platte ‚ Wolfgang Amadeus Phoenix ‚ Ihr zehnjähriges Bandbestehen und vierte Albumveröffentlichung. Produziert von Philippe Zdar, der auch schon beim Debüt der vier Franzosen Hand anlegte, lassen sich diesmal auf der musikalischen Seite meist temporeiche und vollgepumpte Euro-Dance-Nummern finden, die aufgrund eines hohen Maßes an Konservierungsstoffen länger frisch bleiben, als so manch vergleichbare Angebote anderer Bands. Ebenso tragen Phoenix wieder in subtiler Art und Weiße auf unseren postulierten Energie-Zentren Ihre Stücke aus, verlieren sich nur allzugerne in zweideutigen Bemerkungen und geleiten uns in eine schwimmende Atmosphäre, die mit dem Opener ‚ Lisztomania ‚ Ihren fröhlich-feuchten Anfang nimmt. Der Song selbst beschäftigt sich mit dem dritten Film des englischen Regieexzentrikers Ken Russell, der sich dort mit dem Leben eines Komponisten auseinandersetzte. Diese Thematik ist damit auch überwiegender Bestandteil von ‚ Wolfgang Amadeus Phoenix ‚, deren Albumtitel die Band selbst für ein großartiges Verbrechen hält. Dabei ist das keineswegs Zufall sondern funktioniert tatsächlich ein bisschen wie ein Roman, erzählte Thomas Mars in einem Interview, der mit der Reihenfolge der Songs eine gewisse Dramaturgie hinein bringen wollte. Funktioniert hat dies mit leichten Abstrichen und verspricht zudem alle relevanten Eigenschaften eines echten Mozart´s: Euphorie, Melancholie und die Maxime. Als neues Element sozusagen, verbinden Phoenix die strahlende Schönheit mit dem Schlagzeug als treibende Kraft hinter den Kulissen und bestimmt mit atemlosen Wiederholungen den kontrollierten Überschlag von der letzten Platte ‚ It’s Never Been Like That ‚ hin zum aktuellen Werk. Auch wenn es sich nun nach endloser Geschichtsduselei anhören mag, darauf festnageln lassen sich Phoenix dann auch wieder nicht. Schon alleine die unzähligen hey hey hey hey´s in ‚ 1901 ‚ beweisen das Gegenteil und sind dazu leider größter Anstoss für den Song. Das Quartett hat es sich aber mit dem Opener selbst schwer gemacht, das nachfolgende noch zu überbieten. Ein langsamer Groove in ‚ Fences ‚ weiß zwar zu überzeugen, aber so absurd es auch klingen mag, Phoenix haben sich bei der Reihenfolge der Stücke keinen Gefallen getan. Die beiden Teile ‚ Love Like A Sunset ‚ hätte man unter Umständen erst später zum Einsatz bringen sollen, da sich der epische Teil von knapp acht Minuten wunderbar für die Schlusshälfte geeignet hätte. So bleibt es zumindest bei einer ausgefallenen Idee und paar anständig gut durchdachten Songs, die zwar nicht mehr die Qualitäten eines ‚ It’s Never Been Like That ‚ in Ihrer ganzen Fülle aufweisen können, aber das französische Erbe und die gemeinsame Zusammenarbeit mit den New Age Leuten von Air wird Phoenix auch in den nächsten Jahren noch eine erfolgreiche Zeit bescheren.