The Reverend Peyton’s Big Damn Band – Between The Ditches

Wenn man sich ohne Umschweife direkt auf die Höhepunkte der neuen Platte ‚ Between the Ditches ‚ stürzen möchte, der ist bei ‚ Big Blue Chevy ’72 ‚, ‚ Don’t Shut the Screen ‚, ‚ Devils Look Like Angels ‚ und ‚ The Money Goes ‚ genau an der richtigen Stelle. Es sind zugleich Songs, die womöglich auch durch die Geschichte von Josh “The Reverend” Peyton Ihre Ursprünge fanden: denn diese Geschichte hat etwas von einem Superhelden-Comic. Zwar wurde er nicht von einer radioaktiven Spinne gebissen, noch hat er sich heimlich eine mit Waffensystemen ausgestattete High-Tech-Rüstung gebaut – Josh Peyton hatte nur eine einfache Handverletzung, die durch eine spätere Operation korrigiert wurde und im plötzlich die Möglichkeit gab, mit seinen Finger an der Gitarre zu spielen, wie einst sein großer Held Charlie Patton.

Wer bisher noch nichts von der Reverend Peyton’s Big Damn Band gelesen hat – sie sind ein hillbilly-country-blues trio, bestehend aus Josh Peyton (Gesang, Gitarre), seiner Frau Breezy am Waschbrett und seinem Cousin Aaron Persinger (percussion, Schlagzeug). Zusammen kreieren sie einen wundervoll zerlumpten und sumpfigen Delta Sound, der für die neue Platte in den White Arc Studios in Bloomington, Indiana, aufgenommen wurde. Josh schreit, wirbelt und brüllt erneut durch vierzehn Songs, während er auf einer einzigartigen, kinetischen Slide-Gitarre spielt und auch wenn die watschelnden Songs oftmals ziemlich einfach erklingen und man meinen könnte sie stammen noch aus dem letzten Jahrhundert, als Krautstampfer in den Bavarian Backwoods hausten, sei einem nüchtern erklärt, dieser Schein trügt ganz gewaltig.

Peyton hat einen direkten und klugen lyrischen Schreibstil entwickelt, in dem er nicht müde wird zu verkünden: „It’s hard to tell when devils look like angels and angels look like hell“, aus dem feinen Eröffnungsstück ‚ Devils Look Like Angels ‚, während uns im Song ‚ Shut The Screen ‚  halsbrecherische Gitarren-Riffs erwarten und lauthals verkünden: „Shut the screen, it’s too damn hot, and them bugs are too damn mean“. So stellt man sich hier eine echte amerikanische Band vor. Sie singen über das Leben und fahren dabei ganz gemütlich die alltäglichen Nebenstraßen von Indiana in das 21. Jahrhundert. Es ist ein potenter und zeitlosen Sound, der sich am Ende mit der langsamen Ballade ‚ Brown County Bound ‚ leise verabschiedet. Insgesamt fehlt der zweiten Platte zwar die Größe Ihres Debüts ‚ The Wages ‚ aus dem Jahr 2010, doch auch hier sind Ihre Songs zwischen Improvisation und Spontanität angenehm eingängig ausgefallen.