Inborn! – Persona

Ihre erste Single ‚ Vogue ‚ ist eine stürmische und kratzbürstige Angelegenheit. Frisierte Synths durchstoßen melodische Refrains, tanzbare Elektronik vereint sich mit sinnlichem Art-Pop. INBORN! veröffentlichen endlich Ihr Debüt ‚ Persona ‚ und schütten hierbei Ihre textliche Konzentration über Symbol und Ikone Dorothy Hale. Das Szenario, welches sich durch die zwölf Tracks zieht, dokumentiert das tragische Schicksalder der jungen Dorothy Hale, von ihrem Schönheitswahn bis hin zu ihrer Schlaftablettensucht. Die Texte kreisen dabei um die zentrale Frage der Identität und dem emotionellen Verlust der Generation des 21. Jahrhunderts. Ist es ein Album mit Anspruch. Musikalisch klingen INBORN! dabei wie eine infektiöse Mischung aus den Klaxons und Ladytron. Ein Virus katapultiert sich bereits im Eröffnungsstück ‚ Chicago Heart Machine ‚ zwischen die Rippen. Den Platz dafür hat zuvor das Intro ‚ Mirrorscapes ‚ geschaffen. Es gibt keinen Rauch ohne Feuer und so gehen INBORN! dementsprechend kompromisslos ans Werk. Der Zorn bricht über den Hörer, die Lichter gehen aus, eine hoffnungslose Verfolgungsjagd beginnt. ‚ Trash Is The New Glam ‚ verstört mit der brutalen Unmittelbarkeit, den individuellen Rhythmen und der dennoch unwiderstehlichen Anziehungskraft. Es ist eine magnetische Präsenz, eine seltsame Kombination aus Aggression und Verzückung. ‚ Perfect Crime ‚ entlässt den Hörer das erste Mal aus dem umklammernden Würgegriff und lässt Luft zum Atmen. Einzig die unheilvoll hallenden Gitarren aus dem Hintergrund lassen uns verstehen: das Ende ist noch lange nicht erreicht, die süsslichen Chöre führen in einen Hinterhalt und die überkochende Atmosphäre verfrachtet uns plötzlich in ein Gefängnis aus dumpfen Bässen und gestörten Gesängen. Wir erreichen ‚ Microfilms ‚ und stürzen kurz darauf in den nächsten Track ‚ Zeitgeist Orchestra ‚. Geleitet vom mysteriösen Sänger Château, liefert die Nummer hektisches Gitarrenstakkato und trügerisch schwelgende Strophen. ‚ Film Noir ‚ tänzelt in komplizierten Schritten vor unseren Gesichtern, zerhackt diese und tanzt anschließend in einem aufbrechenden Refrain darauf herum. INBORN! kennen keine Gnade, im Mittelpunkt steht minimaler Techno und Indie-Rock lastiges Storytelling. Im Track ‚ Paris ‚ duelliert sich hybridester Krach mit hyperventilierenden Chören – ein großer Klumpen zusammengeschmolzener Masse durchdringt die schwitzende Menschenmasse. IBORN! geben sich keiner Blöße hin, bleiben konsequent elektronisch und tanzbar. ‚ Persona ‚ hantiert mit einer kollektiven Identität, deren gesammeltes Bewusstsein auf vielerlei Weise die Talente verschiedener Individuen synthetisiert.