The Black Lips – Sing In A World That’s Falling Apart

Black Lips‘ neues Album „Sing In A World That’s Falling Apart“ erscheint nach Jahren mehrerer Besetzungswechsel innerhalb der Band und großen Änderungen im Lebensstil, die mit dem hektischen, chaotischen Leben eines Tour-Musikers einhergehen. Es ist das Dokument einer Band, die sich wieder finden musste und trotzdem ist diese Platte voller neuer und goldener alter Ideen. Es passt, dass die Black Lips aus Atlanta wieder ihrer ursprünglichen, mitreißenden Vision treu geblieben sind. In den Wänden dieser Veröffentlichung stecken musikalisch und spirituell die Skelette aller Country-Größen, sei es das im Willie-Nelson-Stil gemachte Echo in „Chainsaw“ oder „Holding Me Holding You“, dessen mitreißende Hintergrundmusik auch Johnny Cash sein eigen nennen würde.

Das von der Mundharmonika geleitete, seltsam emotionale Lied „Rumbler“ versetzt uns in den tiefen Süden Amerikas und ist dabei doch nur eine alberne Hommage an die berüchtigte G.I. Joe-Actionfigur. Trotz des Gefühls des Chaos zeigt sich überall ein gewisses Maß an Raffinesse und Ausgeglichenheit. „Georgia“ beginnt als perfekt passierbare, leicht aufgemotzte Tennessee Three-Hommage, aber durch langsames Hinzufügen von Disco-Drums und Soul-Sax wird es zu etwas Aufregendem. „Closer Live Fast Die Slow“ mit seinen knallenden Gesangseffekten und kratzenden Verzerrungen klingt wie ein Country Song und zeigt eine andere spannende Facette der Black Lips – außerhalb Ihres Fachwissens im perfekt ausgeführten Chaos.

Sie sind einfach Meister auf ihrem Gebiet. Es ist von Anfang bis Ende überzeugend: Dies sind keine einfachen Künstler. Diese Garage-Cowboys sind nach wie vor die wahren Hingucker, in die wir uns zum ersten Mal verliebt haben. “This old middle finger has grown sick and tired of flipping the bird“, heißt es da noch in „Gentleman“. Ja die Welt mag vielleicht brennen, aber wir haben zumindest die Black Lips!