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THE BLACK CROWES A Pound Of Feathers

2026

Die Rückkehr zur dunklen Materie: THE BLACK CROWES kanalisieren auf ihrem neuen Album A POUND OF FEATHERS eine ungeahnte Heavy-Metal-Energie und düstere Blues-Nuancen. Diese Platte markiert eine kraftvolle Zäsur in der Diskografie der Robinson-Brüder, die mit rauer Produktion und kompositorischer Schärfe überzeugen.

Die Snare-Drum im Opener „Profane Prophecy“ besitzt eine Trockenheit, die jede produktionstechnische Gefälligkeit im Keim erstickt. Es ist ein hölzerner, fast schon gewalttätiger Schlag, der den Raum für Rich Robinson’s Gitarrenspiel freiräumt. Dieses Spiel hat sich von der rein additiven Schichtung früherer Tage hin zu einer subtraktiven Logik entwickelt. Jedes Riff wirkt hier wie eine bewusste Verknappung, eine Konzentration auf das rhythmische Skelett, das die Black Crowes seit Jahrzehnten umkreisen. Die Stimme von Chris Robinson tritt dieser Reduktion mit einer fast schon arroganten Gelassenheit entgegen, die weniger nach Stadion-Euphorie als nach einer verrauchten, nächtlichen Bestandsaufnahme klingt.

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Diese visuelle und klangliche Verdichtung manifestiert sich bereits in der Inszenierung des Albums. Das Cover zeigt die Robinson-Brüder in einer Ästhetik, die jede farbige Nostalgie verweigert und stattdessen auf eine fast schon theatrale Schwarz-Weiß-Schärfe setzt. Es ist die Pose zweier Überlebender, die ihre eigene Mythologie nicht mehr erklären, sondern nur noch bewohnen. Diese bewusste Künstlichkeit des Visuellen dient als notwendiges Korrektiv zur musikalischen Unmittelbarkeit; sie markiert die Grenze zwischen der bloßen Reproduktion von Retro-Rock und der strategischen Aneignung einer historischen Formsprache.

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Die Entscheidung, mit dem Produzenten Jay Joyce in nur zehn Tagen ein Fundament aus Hochdruck und Instabilität zu gießen, materialisiert sich in einer Klangarchitektur, die den Schmutz nicht als Dekoration, sondern als strukturelles Element begreift. In „Do the Parasite!“ übersetzt sich dieser Ansatz in einen fast schon punkigen Vorwärtsdrang, der die bisherige Blues-Orthodoxie der Band empfindlich stört. Es geht hier nicht um die Neuerfindung des Riffs, sondern um die Veränderung der Belastungsgrenze. Die Musik fungiert als Konsequenz einer strategischen Setzung: Man flüchtet nicht mehr vor dem eigenen Erbe, sondern presst es durch den Verzerrer einer späten, grimmigen Entschlossenheit.

Besonders in den Momenten, in denen das Tempo gedrosselt wird, zeigt sich die Tragweite dieser Neuausrichtung. „Blood Red Regrets“ nutzt orchestrale Untertöne nicht zur klanglichen Erbauung, sondern zur atmosphärischen Verdunkelung. Die harmonische Struktur erinnert an die Komplexität von „Amorica“, verzichtet jedoch auf deren psychedelische Ausuferungen zugunsten einer harten, fast metallischen Kante. Diese Verschiebung weg vom Hippie-Ethos hin zu einer sludigen Schwere in „Doomsday Doggerel“ ist die ästhetische Konsequenz einer Band, die begriffen hat, dass Relevanz im Jahr 2026 nur über die radikale Zuspitzung des eigenen Handwerks funktioniert. Das Ergebnis ist ein Werk, das seine historische Verortung als Waffe nutzt, statt in ihr zu erstarren.

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Schwarz-Weiß-Fotografie der Musiker Chris und Rich Robinson, die vor einer verwitterten, hellen Wand im Freien gehen. Die Szenerie ist nächtlich und kontrastreich ausgeleuchtet; im oberen rechten Bereich steht in großen, roten Lettern der Albumtitel „A POUND OF FEATHERS“ in einem Bogen geschrieben.

The Black Crowes – A Pound Of Feathers

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76
fotografie
2026
A Pound Of Feathers
DU-0349-TZ

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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