Super Furry Animals – Dark Days/Light Years

Auch im Jahr 2009 bleiben die Super Furry Animals schwer einzuordnen und vermischen wieder alle erdenklichen Musikstile miteinander. Farbenfroh und abwechslungsreich wie das neue Plattencover ist ‚ Dark Days/Light Years ‚ aber dann doch nicht geworden. Designer für das Cover war, wie schon auf dem letzten Album ‚ Hey Venus! ‚, Keiichi Tanaami der zusammen mit Sänger Pete Fowler eine passende Geste für das neunte Studioalbum der Super Furry Animals zauberte. Der Schwerpunkt liegt in der heutigen Zeit mit Einflüssen aus den späten Neunzigern. Doch kein Wunder: Brauchten die SFA laut eigener Aussage über neun Jahre um die Songs zu erstellen und dann noch einmal vierzig Tage um die Platte aufzunehmen. Ein großes Projekt also. Doch hat sich diese lange Zeit auch gelohnt? Zu Anfang definitiv, denn wilder und eine Spur düsterer zeigt uns ‚ Dark Days/Light Years ‚ seine Sichtweise auf das Geschehen um uns herum und entwickelt aus dem Opener ‚ Crazy Naked Girls ‚ eine lebhaft elektrifizierende und psychedelische Verzahnung hinzugekommener Elemente. Fast unmerklich hat die Band aus Wales Ihren Sound umgestellt, aus den locker leichten Gitarrenriffs wurden pulsierende Elektro-Beats gebastelt, die auf der neuen Platte dementsprechend vielschichtig und abwechslungsreich ausgefallen sind. Den stampfenden Glam Rock haben die Schotten trotzdem nicht ganz auf der Strecke liegen lassen und bescheren uns mit ‚ Mt. ‚ eine groovende Folk-Mystik-Nummer. „Let us make the best of a difficult situation.“ Nach Folk steht der Funk auf dem Plan, der in der schwülen Stimmung von ‚ Moped Eyes ‚ aber nur bedingt überzeugen kann. Mit 1-2-3-4 zählen die Waliser Ihren nächsten Song ‚ Inaugural Trams ‚ ein und klingen wunderbar direkt, sprühen nahezu vor Energie und frohlocken mit einem schwitzenden Schlagzeug und zuckersüßen Melodien. Im Mittelteil folgt dann noch eine kleine Spezialeinlage, die auf Deutsch und in Reimform von Franz Ferdinand Gitarrist Nick McCarthy zum Besten gegeben wird. In Auszügen klingt das Ganze etwa so:“Null Null Null halt die Stelle halt die Stelle…drei vier fünf fahren sie mit uns in ihre Zukunft jetzt/ sechs sieben acht wär hätte das gedacht“ Kurz gesagt, es symbolisiert auf einfachste Art und Weiße den längst vermoderten Deutschrap. Vermodert und zerfallen sind die Super Furry Animals aber noch lange nicht, sie erfreuen uns mit Ihrer Anwesenheit seit über 15 Jahren und auch wenn es diesmal ein paar Durchhänger zu viel waren, der farbenfrohen Sonnenfahrt ‚ Dark Days/Light Years ‚ wird es dennoch schwer zu widerstehen sein.

7.2