Squirrel Flower – I Was Born Swimming

Ähnlich wie Mitski singt auch Williams auf Ihrem Debüt „I Was Born Swimming“ in weiten, selbstbewussten Zügen, wobei ihre Höhen von temperierten Instrumenten betont werden und sich in stark knorrigen Gitarren verfestigen, die auf unruhigen Wellen treiben. Auf der ersten Single „Red Shoulder“ explodiert Williams’ Gitarre zu einem sumpfigen Alt-Country-Riff, das in einer Flut an langsam gefilterter Eleganz zu einer Ebene verschmilzt. Im weiteren Verlauf ist das Debüt zart düster und doch so abwechslungsreich, dass man sich jeder Langeweile entziehen kann. Während der Großteil der Platte ein langsamer, stimmgeführter Tanz ist, unterbricht sie die fast gleichmäßige Melancholie und wirft uns durch eine dissonante Linse. 

„Slapback“ wird zum klanglichen Gegensatz dazu und spielt mit einer stürmischeren Komposition, die ihre lebhafte Lyrik betont. Dabei beginnt das Stück mit einem beinahe ängstlich klingendem Stampfen und wirkt zunächst schüchtern, aber mutig und kraftvoll, da Williams’ raue, engelsgleiche Stimme auf ihrem Höhepunkt von ihrer finsteren Akustikgitarre unterbrochen wird. Am bedeutendsten ist das wunderschön mürrische „Streetlight Blues“. Es ist eine Erinnerung an den bleibenden Sinn, der dieser Platte entnommen wurde, und strotzt vor Gefühlen der Zufriedenheit in Isolation. Der Track zeigt, wie Williams sich schwereren Riffs hingibt und die Tiefe ihrer selbstgefälligen Texte widerspiegelt: „All my friends are at the party / but I’ve got other plans / My body is buzzing as I start to dance“.

Die gebürtige Bostonerin Ella O’Connor Williams kreiert als Squirrel Flower eine Welt aus launischem, manchmal himmlischem Indie Rock, der von einer ebenso luftigen und geschmeidigen wie kraftvollen Stimme verankert wird. Insgesamt also ein sehr gelungenes Debüt von Ella O’Connor Williams als Squirrel Flower.