SQUID Cowards
Die Songs auf COWARDS haben einen echten Schwung, aber unter der Oberfläche lauert etwas Unheimliches. Es ist nicht bedrohlich. Es ist nicht aggressiv, aber auch nicht ganz einladend. Es ist eine rätselhafte Anomalie, die das Album zu einem echten Vergnügen macht.
Squid gehen triumphierend aus dem Post-Punk-Revival hervor, bewaffnet mit vertrautem, hektischem Gesang, motorischen Drums und treibendem Bass, kombiniert mit expansivem Post-Rock, Electronica, Folk und Psychedelic, ähnlich wie Tortoise, Sufjan Stevens und Warp-Labelkollegen Grizzly Bear. Das Ergebnis ist außergewöhnlich. Wenn es vorher noch Zweifel gab, ist es jetzt klar: Squid sind unbestreitbar angekommen. „Crispy Skin“ legt in großartiger Form los. Das Synthesizer-Intro löst sich schnell in pulsierenden Bass, dröhnende Trommeln und Killermelodien auf. Es beginnt das Album mit einem treibenden, poppigen Nicken. Im weiteren Verlauf der LP wird es immer schräger. „Cro-Magnon Man“ ist ein absoluter Knaller voller massiver Hooks und bombastischer Ideen. Das Album endet mit seinem herausragenden Moment, „Well Met (Fingers Through the Fence)“. Das Lied beginnt mit dem Geräusch eines sich drehenden Fahrradreifens. Dies ergibt letztendlich den Hook des Songs.
Für eine Band, die selten weit vom Wendepunkt lähmender Angst entfernt war, scheint es nun ein natürlicher Schritt zu sein, eine Platte aufzunehmen, die buchstäblich vom Bösen selbst inspiriert ist. Über Mord- und Okkultgeschichten – beeinflusst von Manson, Murakami und dergleichen – schwingt auf „Cowards“ viel mit dem Trauma und der Spannung eines Horrorfilms. Während es in gewisser Weise der Sound einer Band ist, die nach innen blickt, ihre Gründungsprinzipien destilliert und ihre bisher vollständigste Manifestation bietet, zeigt es paradoxerweise, wie sie auch über ihre eigene Haut hinauswachsen. Verwegene Violinen, Cembali und Pauken sowie Erzählungen aus Tokio, New York oder Osteuropa zeigen uns, dass Squid zwar die Welt bereist haben, aber auch mit einem Selbstbewusstsein nach Hause zurückgekehrt sind, das stärker ist als je zuvor, so scharf wie eine Rasierklinge, von der frisch vergossenes Blut tropft.
Es besteht kaum Zweifel daran, dass dies ihre einflussreichste Platte sein wird, und es erscheint vernünftig, sie neben Soft Machine, XTC und Talk Talk aus der Spirit of Eden-Ära zu stellen. Squid sagen, dies sei das Album, mit dem sie gerne angefangen hätten; obwohl das nicht möglich ist, fühlt sich „Cowards“ auf jeden Fall wie ein Neuanfang an.
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