Sons & Daughters – Mirror Mirror

‚ Mirror Mirror ‚ heißt das neue Werk der Sons And Daughters. ‚ Mirror Mirror ‚ heißt jedoch ebenfalls die aktuelle Platte von Ghinzu und ‚ Mirror Mirror ‚ steht auf dem Artwork der letzten Platte von The Irrepressibles. Es muss vermutlich der am Häufigsten genutzte Titel in den letzten Monaten sein. Doch abgesehen davon, brillierte die Musik auf den Platten bisher auf höchstem Niveau und damit der ansteigende Hype um den Namen noch großzügiger seine Radien ziehen kann – auch die vierte Veröffentlichung der Sons And Daughters muss den gehobenen Ansprüchen in nichts nachstehen. Es bedarf also keiner Rechtfertigung. Wir hören minimalistische Ausführungen, sehen andere Blickwinkel und atmosphärische Weitläufigkeiten. Der Opener ‚ Silver Spell ‚ grübelt noch ein wenig über die schreienden Rufe aus dem Schatten, die punkige Verzerrungen aus dem zweiten Album ‚ The Gift ‚ sein könnten. Ja die Musik von den Sons And Daughters war schon immer ein wenig bedrohlich, doch nun ist auch eine gewisse anrüchige Haltung hinzugekommen. ‘ Breaking Fun ’, ‘ Orion ’ und ‘ Rose Red ’ sind wirbelnde Pillen der gnadenlosen Betäubung. Eindringlich und klaustrophobische Geschichten hallen kurz darauf durch unsere Köpfe, Dämonen und Okkulte dienen als anregender Flirt auf der anderen Seite des Spiegels. Es sind die dumpfen Duelle zwischen kantigen Rhythmen, elektronischen Spielereien, fleischigen Haken und Post-Punk Basslinien während der Stunde um Mitternacht. Das stimmliche Zusammenspiel von Scott Paterson und Adele Bethel war schon immer ein großer Angriff der Sons And Daughters auf unsere Ohren. Doch jetzt blickt die Band bevorzugt auf eine großspurige Rockabilly Begleitung und verdrängt damit den alleinigen Fokus auf die beiden Sänger. In gewisserweise erfolgte auf ‚ Mirror Mirror ‚ ein Tauschgeschäft. Aber das ist keinesfalls negativ zu bewerten. Denn auch ohne die schwebende Präsenz der Gesänge, bleiben die Songs temporeich und zeigen eine außergewöhnliche Wirkung in Hinblick auf Ihre Architektur. Alles ist durchdacht und exakt geplant. Die Kunst dabei: es wird vom Hörer nicht unmittelbar so wahrgenommen. Die Perfektionen verlaufen sich mehr im Hintergrund und was bleibt, ist ein glitzerndes Meer aus hedonistischen Farben und so mancher lyrischen Reflektion aus vergangenen Tagen.