Charlotte Gainsbourg – Stage Whisper

In der Automobilindustrie sind Hybridversionen ja schon seit längerer Zeit „the next big thing“, ein jeder Hersteller arbeitet sich daran ab und wer nicht mindestens ein solch innovatives Fahrzeug im Portfolio hat, ist schnell von vorgestern. Innerhalb der Musikbranche sind Hybridlösungen bisher noch eher selten – Charlotte Gainsbourg, berühmte Tochter, Actrice und Chanteuse hat sich nun mit ‚ Stage Whisper ‚ erfolgreich an einer versucht. Acht bisher unveröffentlichte Studiotracks, wieder in Zusammenarbeit mit Beck Hansen entstanden, und dazu jede Menge Live-Aufnahmen der beiden letzten Alben ‚ 5:55 ‚ und ‚ IRM ‚. Als Zugabe noch das Dylan-Cover ‚ Just Like A Woman ‚ aus dem Soundtrack des Biopics ‚ I’m Not There ‚. Die neuen Songs könnten in ihrer Spannweite gegensätzlicher nicht sein, zwischen dem satten Elektrorock von ‚ Terrible Angels ‚ und ‚ Memoir ‚ als zart gezupfter Ballade liegen Welten. Der dunkel pochende Wave bei ‚ Paradisco ‚ ist grandios, ‚ All The Rain ‚, auch nicht gerade ein Stimmungsaufheller, trommelt sich hypnotisch in den Gehörgang und selbst wer mit der Musik von Noah And The Whale sonst nicht besonders viel anfangen kann, den wird das Duett mit Sänger Charlie Fink in ‚ Got To Let Go ‚ nicht unberührt lassen. Eine erstaunliche stilistische Vielfalt, die Madame hier zum Besten gibt, mal Beeps und Beats, mal Streicher und Harfenklänge, selbst ein kleines, aber feines Limahl-Zitat lässt sich bei ‚ Anna ‚ finden. Der Live-Kram ist ohnehin bekannt und für gut befunden – Papa hätte also allen Grund, stolz zu sein.