Mit einer Mischung aus Dubstep, Bass-Musik und britischen Einflüssen erschafft SEPALCURE auf dem gleichnamigen Album voller emotionaler Tanzmusik, das jedoch in seiner Gesamtheit manchmal zu höflich wirkt.
Praveen Sharma und Travis Stewart von Sepalcure zersplittern auf Ihrem gleichnamigen Album Dubstep und Bass-Musik, rekombinieren diese und beleben Ihre Dynamiken durch entwaffnende Umarmungen aus britischer Vergangenheit und aktuellen Kuriositäten. Darunter zählen zum Beispiel 2-step, grime, jungle, footwork, ambient recline, big-eyed rave und house. Sepalcure leben als kollektiv, wie auch in Trennung, vermischen all diese Klangfarben und Sub-Sub-Genres in eine körperlich und emotional betörende Tanzmusik. ‘ Me ‘ steigert sich zu einem frenetischen Drum & Bass-Geklapper in verschwommenen, melodischen Tönen und hyperkinetischer Soul-Musik, während die erste Single ‘ Pencil Pimp ‘ mit seinen kindlichen Vocals in schneller Wiederholung gegen fluoreszierende Synths und nervös juckende Rhythmen klopft.
‘ The One ‘ bleibt zwar im Anschluss schön genug, erreicht aber nicht die faszinierende Leichtigkeit der lebhaften Drum-Tracks zu Beginn der Platte. Generell leidet interessanterweise auch ‘ Sepalcure ‘ unter dem gleichen Problem wie Room(s). Die unscharfen Texturen, wechselnden Rhythmen und stechenden Stimmen betören in den ersten Minuten unsere Sinne – doch auf die gesamte Albumlänge gesehen, bleiben es homogene Erschütterungen auf einer langgezogenen Unschärfe. Es soll natürlich nicht bedeuten, das Album wäre übermäßig schlecht – davon sind wir hier weit entfernt. Doch die eher höfliche Musik tritt fast unbewusst über die gesamte Spielzeit von knapp einer Stunde in den nebeligen Hintergrund. Das abschließende Stück ‘ Outside ‘ entführt uns nochmals in überhöhte Gesänge und schleppende, unvorhersehbare rhythmische Verschiebungen. Am Ende ist ‘ Sepalcure ‘ wie ein Spiegel vor dem aktuellen Stand der Post-Dubstep-Musik.
Es ist oft phantastisch, gewichtig, clever und emotional aufwühlend, aber auf der anderen Seite seltsam höflich und prinzipiell fehlt beständig das Gefühl der allgemeinen Zusammengehörigkeit.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf erhält MariaStacks eine kleine Provision.
