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BILLY NOMATES Metalhorse

2025

BILLY NOMATES führt auf METALHORSE durch ein Karussell aus Trauer, Rebellion und popkultureller Selbsterlösung in einem Jahrmarkt voller Sehnsucht, Widerstand und Hoffnung.

Die Geschichte von „Metalhorse“ beginnt nicht im Studio, sondern am Abgrund. Tor Maries, alias Billy Nomates, musste im Vorfeld des Albums den Tod ihres Vaters verarbeiten, eine Diagnose (MS) verkraften und erkennen, dass das Leben im Alleingang oft nur bis zur nächsten Wand führt. Nach zwei Soloalben ist „Metalhorse“ nun das Resultat dieser Zäsur – das erste Album, das sie mit einer festen Band aufgenommen hat. Die Entscheidung wirkt wie eine Befreiung: Die Songs sind größer, offener, schillernder. Und dennoch bleibt ihre Stimme das Zentrum, ihr Blick scharf, ihre Texte unmissverständlich.

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Schon der Titeltrack „Metalhorse“ zerrt uns mit auf das Karussell, in dem sich Nomates’ musikalische Welt dreht: Der Song klingt, als wäre Patti Smith auf einem Jahrmarkt in der Dämmerung – irgendwo zwischen Poprefrain, flimmerndem Synthesizer und einer kämpferischen Hymne an den eigenen Ausbruch. Dieses Motiv der ständigen Bewegung zieht sich durch das ganze Album, das als loses Konzeptwerk funktioniert: eine melancholische Geisterbahn der Gegenwart, gespickt mit Spielautomaten, verzerrten Rückspiegeln und dem Gefühl, dass irgendwo hinter der nächsten Biegung vielleicht doch ein bisschen Hoffnung wartet.

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„The Test“ und „Override“ zeigen, wie Billy Nomates mit jeder Zeile an Präzision gewinnt – nicht durch gefällige Melodien, sondern durch Kontraste: Piano trifft Bass, Sarkasmus trifft Pathos. Und dann ist da „Dark Horse Friend“, ein Duett mit Hugh Cornwell (The Stranglers), das nicht nur emotionaler Höhepunkt ist, sondern auch musikalisch einer der zugänglichsten Momente – warm, berührend, fast predigend. In Songs wie „Life’s Unfair“ oder „Strange Gift“ reduziert Nomate’s alles auf das Wesentliche. Keine Masken mehr, kein Zynismus. Nur Stimme und Schmerz – ehrlich, nah, unverschnörkelt. 

Und doch wirkt das Album nie schwer. „Plans“ wirkt wie ein trotziges Liebeslied an die letzten Idealistinnen der Welt. „Comedic Timing“ bringt alles auf den Punkt: Selbst wenn der Witz vorbei ist, darf gelacht werden – oder geschrien. Das Cover greift dieses Spiel mit Kontrolle und Kontrollverlust perfekt auf: ein grell beleuchtetes Karussellpferd im Dunkeln, eingefroren in Aufbäumen. Das ist kein Ornament, sondern ein Symbol: für Eskapismus, für Rebellion, für einen Weg nach vorn, selbst wenn er im Kreis führt. „Metalhorse“ ist kein einfacher Ritt – aber einer, den man nicht mehr vergessen wird.

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81
objekt
2025
Metalhorse
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Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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