Queens Of The Stone Age – Era Vulgaris

Nach der etwas anderen Sorte der Queens of the Stone Age-Single ‚ Sick Sick Sick ‚ lag spürbare Spannung aber auch Distanz in der Luft. Dieser Eindruck bleibt auch zur Albumveröffentlichung ‚ Era Vulgaris ‚ bestehen. Elf Songs, die zwar alle in sich gut gelungen sind, leicht schräg und mit viel liebe zum Detail, sie aber doch allesamt das gewisse Etwas vermissen lassen. Auch spielt die Länge der Songs eine entscheidene Rolle – kürzere Songs wären oftmals die bessere Wahl gewesen, da man oft das Gefühl hat der ein oder andere Track wird künstlich in die Länge gezogen. Der Opener ‚ Turning on the Screw ‚ dagegen überzeugt noch auf voller Länge. Besonders die Slide Effekte zum Ende hin sind es wert den Song von Anfang bis Schluss zu hören. ‚ Sick, Sick, Sick ‚ kann auch überzeugen – sehr sehenswert übrigens auch das dazugehörige Video. Danach flacht das ganze ein wenig ab. ‚ I´m Designer ‚, ‚ Into the Hollow ‚ und ‚ Misfit Love ‚ bleiben zwar dem Gesamtkonzept treu einer verschroben Psycho- Platte, doch auf eher harmlose, etwas nervigen Art und Weise. Erst ‚ Battery Acid ‚ marschiert und stammt wieder hemmungslos drauflos. Danach kommt wohl für viele die Beste Nummer und auch die, die beim ersten mal durchhören sofort im Gedächtnis bleibt, ‚ Make It Wit Chu ‚. Ist sie doch anderes als der Rest, ruhiger mit einem wunderschönen Refrain, eingängig gehalten und zweite Singleauskopplung. Man merkte es schon nach Battery Acid das der Unterhaltungswert und die Qualität der Songs sich wieder langsam steigert. ‚ 3’s And 7’s ‚ besticht durch Jaulende Slidegitarren und Bratzriffs die keine Langeweile aufkommen lassen werden. ‚ Suture Up Your Future ‚ beginnt ruhig, leise und schaukelt sich im Laufe des Songs immer mehr rauf. Hört da auf wo ‚ River In The Road ‚ beginnt. Dieser Track wird sehr vom Schlagzeug geprägt und bringt auch durchaus wie Make It Wit Chu einen eigenen, positiven Stil in das Album mit rein. Der elfte und letzte Track ‚ Run Pig Run ‚ besticht nochmal als Highlight auf der Platte. Geniale Homme-Licks in einer Stakkato Irrfahrt, die einenhalb Minuten vor der Zieleinfahrt gänzlich den Taktstock wegkickt. Insgesamt bleibt festzuhalten das Era Vulgaris gut ist, aber keinesfalls sehr gut. Zieht es doch an vielen Stellen zu sehr in die Länge, langweilt hier und da ein wenig durch Eintönigkeit. Doch braucht Josh Homme im Jahre 2007 für die kaputten Momente keinen gewissen Nick Olivieri mehr an seiner Seite wie auch düpierte Mainstream- Hörer einen weiten Bogen um Era Vulgaris machen werden. Und so soll es ja schlussendlich auch sein. Man denke hier mal an das fünfte Album von Muse oder den White Stripes – zu sehr Mainstream Orientiert zu weit unter der eigenen Klasse. Und zu guter letzt haben die Queens den Fans, die sich das Album via Internet downloaden, noch zwei weitere Songs beschert. Zum einen den sehr ruhigen Song ‚ Running Joke ‚ und einen Song der eigentlich fest mit aufs Album hätte müssen: ‚ Era Vulgaris ‚. Straight, gut, catchy Melodie – bleibt sofort im Gedächtnis. Alleine für den Track rentiert sich das Album downzuloaden. Der letzte Bonustrack auf Era Vulgaris ist sowohl via Internet auch als Plattenkauf zu genießen, ‚ The Fun Machine Took A Shit And Died ‚, das unter anderem mit einem langen Gitarrensolo daherkommt aber leider nicht so recht überzeugen will.