Philadelphia Grand Jury – Hope Is For Hopers

Wir wussten es. Wir wussten es von Anfang an, die Philly Jays werden irgendwann einmal groß durchstarten. Diesen Gedanken hatten wir Ende letzten Jahres. Dank dem australischen Musikmagazin Triple J, das die Band als Featured Artists auf Ihren Seiten führte. Was danach folgte ist Geschichte. Die erste selbstproduzierte EP, die erste eigene Single ‚ The Good News ‚ und die anschließende Tour im April durch Australien. Später entstand die zweite EP ‚ Going To The Casino ‚ und nun erscheint also endlich das Debüt ‚ Hope Is For Hopers ‚ der sympathischen und witzigen Australier. Natürlich wurden die zwölf Songs im heimischen Studio eingespielt und aufgenommen. Aber auch der Keller vom Großvaters, der Lounge Room des Onkels oder die Big Jesus Burger Studios in denen Berkfinger als Techniker arbeitet, mussten für die intensiven Arbeiten herhalten. Er übernahm auch die Rolle des Produzenten, der sich besonders durch seine Arbeit bei anderen Bands die nötige Erfahrung einholen konnte. Die Ideen zu den Songs entstanden während den ausgedehnten Tourneen und werden nun auf einem wirklich großartigen Debüt allesamt für die Ewigkeit festgehalten. Bei vielen Bands ist das Wort „Ewigkeit“ viel zu hoch gegriffen, da Ihre Songs meist schon nach ein paar Tagen für gähnende Langeweile sorgen und besorgniserregende Düfte absondern. Philadelphia Grand Jury bietet dagegen ein Rezept das verspricht, was es auf die Packung geschrieben wurde. Es ist eine Platte für uneingeschränkte Unterhaltung, sie garantiert den Ausschluss jeglicher Ermüdungserscheinungen und gibt als Nebenwirkungen an: Ekstatische Bewusstseinsveränderungen die unsere Ohren bereits nach den ersten Takten wie das Nest eines Bienenstocks klingen lassen, dazu tröpfelt uns der süße Honig aus den Nasenlöchern und das triste Alltagsleben verwandelt sich in eine ausgelassene Party-Atmosphäre auf Lebenszeit. Zu übertrieben? Nun, dann wurde noch nicht in das Debüt hinein gehört. ‚ Ready To Roll ‚ ist Opener und bekannt durch seinen fabulösen Auftritt vor knappen drei Monaten. Er ist in gewisserweiße die Thekenschlampe unter den neuen Songs, während sein Nachfolger und Singleauskopplung ‚ The Good News ‚ den Boden darunter mit dem Wischmopp bearbeitet und ‚ When Your Boyfriend Come ‚ wieder für etwas Ruhe im Raum sorgen kann. ‚ Wet Winter Holiday ‚ entführt uns in melancholische Traumwelten auf der Suche nach dem eigenen Lebensglück und der abschließenden Erkenntnis: Das Leben ist ein heller Schein. Wie man es auch wenden möchte, die Philly Jays versehen jeden Song mit einer kleinen und einzigartigen Offenbarung und führen jedes an der Oberfläche noch so joviale Stück am Ende wieder fein säuberlich zusammen. Bei der ungebremsten Begeisterung und dem unerschütterlichen Enthusiasmus dieser Platte, darf auch großzügig über den etwas enttäuschenden Mittelteil gesehen werden. Dafür bearbeiten die Philly Jays gegen Ende wunderbar lässig Ihre Gitarren auf ‚ No You Don’t ‚ und widmen Neil Young den elften Song. Smooth wälzt sich dieser durch unzählige Unwegsamkeiten und verhält sich wie eine betrunkene Gefühlsbonzenballade. Mit ‚ I Don’t Want To Party (Party) entlassen uns die Philly Jays dann auch wieder, das Licht geht an und wir treten hinaus in die kalte Nacht. Es bleibt ein glückliches Gefühl der tiefen Zufriedenheit zurück, ein Gefühl das uns verspricht auch in Zukunft mit ‚ Hope Is For Hopers ‚ die Nächte gemeinsam unsicher zu machen.