Pearl Charles – Magic Mirror

Auf MAGIC MIRROR mag PEARL CHARLES manchmal voller Selbstzweifel und manchmal sogar düster sein, aber sie verliert nie ihren strahlenden Geist und freut sich auf die vielen weiteren Abenteuer, die in Ihrem Leben auf Sie warten.

Die gebürtige Sängerin aus Los Angeles sprudelt seit fast einem Jahrzehnt unter dem Radar und versuchte sich in einer Vielzahl von Musikstilen über Lo-Fi Americana bis Garage und Psychedelia, bevor sie auf einer polierteren Mischung aus Country Pop mit Vintage Einschlag und West Coast gebetteten Soft Rock landete. Charles hat ihren einzigartigen Sound der von den 60ern und 70ern inspirierten Country Disco seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Sleepless Dreamer“ und seit ihrer Zeit bei den Driftwood Singers verdoppelt. „Only for Tonight“ startet das Album mit einem glitzernden Knall – ein Song, der ABBA’s Diskographie kanalisiert und die Tanzflächen zum Leuchten bringt. Doch so fröhlich dieser auch ist, „Only for Tonight“ setzt einen etwas irreführenden Ton an, da sowohl die ausgelassene Stimmung als auch der von ABBA inspirierte Disco-Pop während des Albums nicht wiederkehrt.

Vielmer drückt das Album Momente des Selbstzweifels, der Einsamkeit und der Selbstbeobachtung aus. In „Don’t Feel Like Myself“ singt sie, dass sie zu ängstlich sei, um zu sterben, sich aber kaum lebendig fühle. Die charmante Country-Note in ihrem Gesang erhebt den Sound und verhindert, dass er zu traurig klingt. Auf dem Titeltrack des Albums singt sie: „My eyes are red, my heart is blue“ auf warmen Klavier- und Orgelakkorden. Durch die Verbindung der sonnigen Instrumentierungen und der dunkleren, seelensuchenden Texte hebt Charles hervor, dass diese gegensätzlichen Emotionen im Leben oft nebeneinander existieren. „Sweet Sunshine Wine“ ist ein weiteres Highlight, dessen einfache Rhythmen einem wunderbar kampflustigen psychedelischen Zusammenbruch weichen. Die Produktion und die Arrangements sind makellos, warm und gut geeignet für die Art von nachdenklichem, zurückhaltendem Songwriting, bei dem Charles sich auszeichnet.

„Magic Mirror“ ist genau die Art subtile Platte, die ihre herzerfrischenden Freuden erst durch wiederholtes Hören offenbart.

8.8