Patrick Wolf – Brumalia EP

Man muss die Musik von Patrick Wolf nicht unbedingt gut kennen um zu wissen, diese Zeit gehört Ihm. Dem Englisch-Irischen singer-songwriter aus South London. Und dementsprechend ist auch seine neue EP ‚ Brumalia ‚ ein Fest des Winters. Es wird zusammen getrunken und es herrscht ausgelassene Fröhlichkeit, zwischen Optimismus und dem bevorstehenden Wintereinbruch. Die Beats auf dem Opener ‚ Bitten ‚ sind wie ein Pickel im einschlagenden Eis, während ‚ Nemoralia ‚ das Schlagzeug in die Mitte schiebt, dem kalten Wind ordentliche Böen unterjubelt und Patrick in der Dunkelheit wie seine vierbeinigen Namensgeber am harten Fels in den Himmel heult. ‚ Together ‚ stammt aus seinem letzten Album ‚ Lupercalia ‚ und ist eine liebenswerte Hymne, mit Energie und Glück gefüllt, streifen optimistische Synths durch einen leicht empfänglichen Refrain. Insgesamt erinnern die Rückblicke von Patrick Wolf sowohl an die romantischen Momente, wie auch an die elektronische und poppige Seite – wenngleich das dunkle Gefühl uns beständig aus dem Schatten heraus verfolgt. Das Stück ‚ Jerusalem ‚ ist die Adaption eines William Blake Gedichts, von dem Patrick und Patti Smith (die sich um das Artwork der EP kümmerte) große Fans sind. Streicher und Bläser fahren im Song ‚ Time Of Year ‚ durch die klare Wintersonne und bieten uns zugleich einen weihnachtlichen Song ohne bitteren Nachgeschmack. „Caught in the drifting years between my youth and adulthood/ Must I slow down now?” wundert sich Patrick in seinem Song ‚ Pelicans ‚ und schiebt dabei kraftvolle Vocals über stechende Beats. Das abschließende Stück ‚ Trust ‚ bietet einen besinnlichen Ausklang in Schönheit und Romantik, doch während diese Teile sehr zugänglich erscheinen, fällt der Hörer auch immer mal wieder über Stolpersteine. ‚ Brumalia ‚ fehlen die charakteristischen Züge von ‚ Lupercalia ‚ und doch finden wir neben der düsteren Stimmung viele wärmende Hoffnungschimmer.