Panic! At The Disco – Pray For The Wicked

Brendon Urie veröffentlicht sein theatralisch, glamouröses sechsten Album unter dem Deckmantel Panic! At The Disco und auch hier sei geschrieben, dass die Historie anhält: „Pray For The Weekend“ kopiert keinen seiner Vorgänger und tatsächlich fühlt es sich an, als ob Urie es endlich geschafft hat, diese frenetische, leicht chaotische Attitüde von Panic! At The Disco in ein Studioalbum zu kanalisieren – das gleichzeitig eklektisch und kohärent ist.

Sänger, Songwriter und Multi-Instrumentalist Urie nahm sich Jake Sinclair (Weezer, Fall Out Boy) zur Hilfe und singt sich auf „Pray For The Wicked“ Urie durch eine Welt, die stark an die goldenen Zeiten der wilden 20er Jahre erinnert. Urie webt daraus einen über weite Strecken sehr wohlklingenden Pop-Opus, der brillant modern und gleichzeitig nostalgisch ist, eine fabelhaft schizophrene Mischung. Es beginnt der funkige Dance Jam von „(F*** A) Silver Lining“, der wunderschöne klassische musikalische Orchestrierungen einbindet und übergibt an „Say Amen (Saturday Night)“, dessen Broadway-inspirierte Gerüst Sample-Vocals, Synths und narrative Texte säumen.

„High Hopes“ gehört zu meinen Lieblingstracks. Die Instrumentierungen sind eine Punktlandung und auch wenn ich kein großer Fan des programmierten Schlagzeugs in diesem Song bin, gibt es den klassischen Schimmer eines Panic! At The Disco Songs. Es ist ein verlockender, guter Track und repräsentiert am Besten die zahlreichen Stärken dieser Platte. „Dancing’s Not A Crime“ ist ein fröhlicher, erhebender Pop-Song und auch „The Overpass“ ist in meinen Ohren – frenetische Big Band trifft filmische Orchestrierung – ein herausragender Track auf dem Album.

„Pray For The Wickend“ hat einen starken Erzählstrang, einen einheitlichen Sound und ist insgesamt für mich eines der besten Panic! At The Disco Alben der letzten Jahre.